HSV : Der Computer programmiert nicht mehr

Der Hamburger SV hat seine Sicherheit verloren. Vorstandschef Hoffmann und Manager Beiersdorfer ringen um Erklärungen ohne die Ursachen anzusprechen.

Sebastian Stiekel

Hamburg - Bernd Hoffmann und Dietmar Beiersdorfer standen nur wenige Schritte auseinander. Doch wer ihnen gleichzeitig zuhörte, dem wurde schnell klar, wie weit die beiden auseinanderliegen. Der Hamburger SV hatte gerade 0:1 gegen den MSV Duisburg verloren, und Beiersdorfer, der HSV-Manager, gab den Diplomaten, betonte nach dem gruseligen Auftritt der Hamburger, dass die Champions League noch ein Thema sei. Vorstandschef Hoffmann polterte dagegen: „Das war indiskutabel. Wenn wir so weiterspielen, qualifizieren wir uns für gar nichts.“

Etwas freilich verband die beiden. Hoffmann und Beiersdorfer beschreiben nur Symptome einer Krise, nicht aber ihre Ursachen. Die kann keiner so richtig erklären beim HSV. Warum eine Mannschaft Punkte gegen Bielefeld, Nürnberg oder Duisburg verliert, die in der Hinrunde noch wie computergesteuert funktioniert hat, bleibt unklar. Nur dass der HSV gegen Duisburg seine schlechteste Leistung gezeigt hat, seit Huub Stevens Trainer ist, sah jeder. Es ließe sich nun anklagend auf Rafael van der Vaart zeigen. Der HSV-Star steckt im Formtief. Oder auf die HSV-Führungsebene, die so geheimnisvoll nach einem neuen Trainer sucht. Aber das erklärt nicht alles.

Klar ist, dass die Mannschaft ein Problem mit der Trainerfrage hat. Aber nicht, weil sie nicht weiß, wer der Neue wird, sondern weil sie weiß, dass der alte Trainer bald weg ist. Vor 15 Ligaspielen gab Stevens seinen Abschied bekannt, nur vier danach hat der HSV gewonnen. Stevens Team war noch im Dezember der Inbegriff von Disziplin. Es spielte nie schön, aber mit Hingabe. Gegen Duisburg zeigte sich die Mannschaft ideenlos. Van der Vaart und Atouba handelten sich Gelbsperren ein und fehlen in Berlin am Dienstag genauso wie Rotsünder Jarolim. Fehlen wird in Berlin möglicherweise auch Stevens. Er fuhr am Samstagabend zu seiner kranken Frau, der eine Operation bevorsteht. Es ist unklar, ob er rechtzeitig zum Spiel wieder zurück ist. Notfalls wird er von Kotrainer Markus Schupp vertreten. Sebastian Stiekel

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