HSV gegen Dortmund : Hamburg gewinnt zu Hause 4:1

Borussia Dortmund enttäuscht völlig - und die Hamburger Fans träumen schon wieder von großen Titeln.

Frank Heike[Hamburg]
Roberto
Erzielte den Treffer zum 2:1. Neu-Hamburger Ze Roberto. -Foto: dpa

Sie haben es tatsächlich gesungen, und zwar schon nach dem ersten Heimspiel: „Deutscher Meister wird nur der HSV!“ Das lag zuvorderst am Spiel, aber auch an der Tabelle: Vor den Sonntagsspielen steht der Hamburger SV in der Bundesliga bereits auf Rang zwei. Da begannen die HSV-Fans in der ausverkauften Arena prompt zu träumen. Wobei: Das 4:1 (3:1) gegen Borussia Dortmund verführte ja auch dazu, Großes vom HSV zu erwarten.

Der neue Trainer Bruno Labbadia hingegen wollte sich der Hymne auf seine Mannschaft nicht anschließen: „Auch nach so einem Spiel sage ich, dass wir noch viel arbeiten müssen. Was mir gefallen hat war, dass wir die Tore herausgespielt haben.“ Nicht einmal den überragenden Außenstürmer Eljero Elia mochte Labbadia loben. Dabei hätte er dies bei Elias Heimspieldebüt ruhig tun können – es war eine Freude, dem acht Millionen Euro teuren Holländer zuzuschauen. Keine Umschweife machte Labbadias Kollege Jürgen Klopp: „Das war gar nichts. Wir haben so viele Ausfälle gehabt wie noch nie. Das war die Unterkante der Messlatte unserer möglichen Leistungen.“

Wer zu spät kam, verpasste einiges. Vier Tore fielen in den ersten zwölf Minuten. Ein Fehler Roman Weidenfellers im Dortmunder Tor nach einem Eckball von Piotr Trochowski führte in der dritten Minute zur Hamburger Führung. Patrick Owomoyela lenkte den Ball in Richtung eigene Torlinie, Guy Demel stocherte den Ball ins Tor. Als die Profis in Weiß und Rot sich noch in den Armen lagen, schlug Dortmund zurück: Jakub Blasczykowski gewann ein Kopfballduell gegen Jerome Boateng, der gar nicht erst hochsprang, am langen Pfosten stand Nelson Valdez und traf zum Ausgleich.

Der HSV blieb völlig unbeeindruckt und wollte den müden Eindruck vom 1:1 am vergangenen Sonntag in Freiburg unbedingt vergessen machen. Das gelang mit zwei schönen Offensivaktionen. In der zehnten Minute traf Zé Roberto erst den Pfosten, den Nachschuss versenkte der Neu-Hamburger zum 2:1. Eine hübsche Gemeinschaftsaktion war das dritte Hamburger Tor zwei Minuten später. Elia setzte sich auf der linken Seite gegen Felipe Santana durch und legte Guerrero den Ball vor, der ohne Mühe zum 3:1 traf.

Dass Klopp in der Pause den Defensiven Mats Hummels für den ganz schwachen offensiven Mittelfeldspieler Tamas Hajnal einwechselte, war ein Versuch, die Niederlage in Grenzen zu halten. Nach der Pause fiel auch nur noch ein Hamburger Tor durch Neuzugang Marcus Berg. Jürgen Klopp sagte: „Wir hatten eine katastrophale Zuordnung bei Standards. Später hat uns der HSV den Schneid abgekauft. Ich bin überrascht, dass wir so einen Auftritt hinlegen können. Darauf hat wenig hingewiesen.“ Ungefähr so viel wie auf einen derart starken Auftritt des HSV.

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