HSV - Stuttgart 3:1 : Hamburger Schwungräder

Beim 3:1 des HSV gegen den VfB Stuttgart begeistern besonders Petric und Elia, die beide ein Tor erzielen. Trotz der Langzeitverletzten Guerrero und Benjamin gehört der Klub in dieser Form zu den Titelkandidaten.

Hamburger SV - VfB Stuttgart
Durchgesetzt. Mladen Petric (r.) im Zweikampf mit Stuttgarts Roberto Hilbert.Foto: ddp

Für einen Moment schien Bruno Labbadia richtig zufrieden. „Man muss auch genießen dürfen“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 3:1 seiner Mannschaft gegen den VfB Stuttgart. Der HSV hat sich die Tabellenführung zurückgeholt, die meisten Tore geschossen und durch den verdienten Sieg den besten Start in der Bundesliga überhaupt erzielt – da konnte sich nicht einmal mehr Labbadia hinter irgendwelchen abwägenden Sätzen verstecken. Das Wort „Momentaufnahme“ rutschte ihm dann doch noch heraus.

Aber dieser Saisonstart mit überzeugenden Leistungen in Bundesliga und Europa League ist mehr als eine momentane Wahrnehmung der Hamburger Qualitäten: mit dieser Spielstärke und dieser Torgefahr dürfte Labbadias Mannschaft tatsächlich zu den Titelkandidaten gehören. Labbadia sagte: „Ich habe schon viel erlebt in den 13 Wochen, in denen ich hier bin. Beim HSV sorgt alles für große Schlagzeilen, das muss man wissen. Auch vor dem Hintergrund ist es toll, wie wir jetzt dastehen.“

Gegen sehr defensive, wohl sortierte Stuttgarter, die in der Offensive allerdings alles schuldig blieben, siegte der HSV dank seiner Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit und begeisterte die 57 000 Zuschauer in der ausverkauften Arena am Volkspark mit schönem Offensivfußball. Vor allem Jarolim, Petric, Zé Roberto und der geniale Außenstürmer Elia waren die Schwungräder des Hamburger Wirbels. Die Tore zum dritten Heimsieg des HSV schossen Petric, Elia sowie Zé Roberto in der Nachspielzeit.

Für Stuttgart traf Pawel Pogrebnjak zum zwischenzeitlichen 1:2. „Bei uns hat heute die letzte Konsequenz gefehlt. Wir müssen jetzt aufhören, vom Start zu sprechen. Wir denken, dass wir besser sind. Aber das müssen wir jetzt auch mal zeigen“, sagte der schwache Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, dessen Team am Mittwoch in der Champions League die Glasgow Rangers empfängt. Ähnlich sah es Teamchef Markus Babbel: „Die Mannschaft hat zu viel Potenzial, um in Schwierigkeiten zu geraten.“

Der HSV dagegen hatte auch ohne die kreuzbandgeschädigten Collin Benjamin und Paolo Guerrero keine wirklichen Schwierigkeiten. Beide verletzten sich unter der Woche bei ihren Nationalmannschaften und müssen lange pausieren. „Wir haben ein Stückchen auch für sie gewonnen“, sagte Torwart Frank Rost. Tatsächlich für Guerrero spielte der Schwede Marcus Berg im Hamburger Sturm. Dem Zehn-Millionen-Euro-Stürmer gelang aber wenig. Er wirkte behäbig und war am Ende völlig platt. Doch er wurde von Petrics Können und Cleverness überstrahlt. Spätestens nach seinem Tor übernahm Petric die Führungsrolle im Hamburger Team, war stets anspielbar und torgefährlich. Nach dem Anschlusstor allerdings wackelte der HSV kurz: „Da haben wir ein bisschen sehr für die Galerie gespielt“, rügte Labbadia.

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