Sport : HSV-Torhüter hält beim 0:0 gegen die Bayern einen Elfmeter

Mit einem gehaltenen Foulelfmeter hat Torhüter Hans-Jörg Butt den Hamburger SV im Titelrennen der Fußball-Bundesliga gehalten. Der Schlussmann der Hanseaten parierte in der 68. Minute den Schuss von Stefan Effenberg und rettete dem HSV damit am Sonntagabend das 0:0 im Nord-Süd-Gipfel gegen den FC Bayern München. Nach bereits sieben verwandelten Strafstößen in dieser Saison avanciert Butt mit dem dritten gehaltenen Ball zum Elfmeter-Helden. Dank der verdienten Punkteteilung vor 52 000 Zuschauern, die dem HSV die Rekord-Einnahme von drei Millionen Mark bescherten, behaupteten die Bayern drei Tage vor dem Gipfeltreffen gegen Verfolger Bayer Leverkusen ihre Spitzenposition. Bei fünf Punkten Rückstand ist aber auch der HSV weiterhin ein ernsthafter Meisterschaftskandidat. In der turbulenten Schlussphase verpassten der eingewechselte Roque Santa Cruz für die Bayern (83.) und Mehdi Mahdavikia (84./86.) für den HSV das mögliche Siegtor.

In einer kampfbetonten Partie stellten die Bayern die abgeklärtere und reifere Mannschaft. Zwar bemühten sich die meist von Rodolfo Cardoso und dem laufstarken Andreas Fischer angetriebenen Hamburger wie angekündigt um Offensivfußball, doch behielt die clever agierende Münchner Abwehr gegen den bisher torgefährlichsten Angriff der Liga stets die Oberhand. Der von den HSV-Fans im Volksparkstadion mit einem Bananenhagel empfangene Bayern-Torhüter Oliver Kahn wurde während des Spiels von den HSV-Angreifern nur noch selten behelligt, weil ihm die Vorderleute die Arbeit abnahmen.

Da sich das brasilianische Sturmduo Paulo Sergio und Giovane Elber nur selten gegen seine Hamburger Gegner Andrej Panadic und Ingo Hertzsch durchsetzen konnte, suchten die Münchner ihr Heil lange Zeit mit Distanzschüssen. Nachdem Mehmet Scholl (14.) das Ziel verfehlt hatte, war Butt bei den folgenden Versuchen von Sergio (36.) und Elber (41.) auf dem Posten.

In der zweiten Hälfte erhöhten die Hamburger das Tempo und den Druck auf das Tor des Gegners. Die beste Möglichkeit, den ersten HSV-Sieg gegen die Bayern seit vier Jahren perfekt zu machen, vergab Anthony Yeboah (61.), der eine Flanke von Präger völlig unbedrängt Kahn in die fangbereiten Arme köpfte. Zwei Minuten später vertändelte der Ghanaer im Strafraum den Ball. Nach einem Foul von Panadic an Matthäus bot sich auf der Gegenseite Effenberg die Elfmeterchance, die Butt vereitelte.

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