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HSV verliert 1:2 : Für Hamburg wird es düster

Ausgerechnet das ehemalige Hamburger Fußball-Idol Felix Magath hat mit seinem VfL Wolfsburg durch einen 2:1 (0:0)-Heimsieg den HSV noch tiefer in den Abstiegsstrudel geschickt.

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Wolfsburgs Mario Mandzukic (r.) schießt das 1:0. Davon können auch Hamburgs Torwart Jaroslav Drobny und Michael Mancienne ihn nicht abhalten.
Wolfsburgs Mario Mandzukic (r.) schießt das 1:0. Davon können auch Hamburgs Torwart Jaroslav Drobny und Michael Mancienne ihn...Foto: dapd

Dieser bittere Moment, in dem Jaroslav Drobny schlichtweg nicht aufgepasst hatte, machte alle Hoffnung zunichte. Dass der Schlussmann des Hamburger SV in der 75. Minute einen direkten Freistoß von Marcel Schäfer durch seine Hände ins kurze Ecke gleiten ließ, besiegelte die 1:2 (0:0)-Niederlage beim VfL Wolfsburg. Drobnys Missgeschick sorgte dafür, dass sich die Hanseaten im düsteren Teil der Bundesligatabelle festsetzen. Die Wolfsburger hatten ihre 1:0-Führung Sekunden nach der Halbzeitpause erzielt, weil Ashkan Dejagah nach einem gewonnenen Zweikampf mit Dennis Aogo ein Kopfballtor von Mario Mandzukic vorbereiten konnte. Der Schwede Marcus Berg hatte nach einem gekonnten Pass des Hamburger Kapitäns Heiko Westermann Sekunden später mit einem Lupfer zwar das 1:1 erzielt. Aber das Missgeschick des HSV-Torhüters bildete eben einen folgenschweren Schlusspunkt.

Es war dem Taktieren von zwei äußerst vorsichtigen Mannschaften zuzuschreiben, dass das Duell lange an spielerischer Armut litt. Für die 30 000 Zuschauer war deshalb zunächst auch von Belang, dass Felix Magath an seinem Arbeitsplatz ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen musste. Der Chef des VfL Wolfsburg, während der 1. Halbzeit von einem hartnäckigen Nasenbluten geplagt, musste auf der Auswechselbank mehrfach von einem Physiotherapeuten behandelt werden. Mit der Aufregung um eine zunächst niveauarme und erst am Ende hart umkämpfte Partie, die den 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga eröffnete, können Magaths Beschwerden nicht in Verbindung gebracht werden. Vom turbulenten Start in die 2. Halbzeit abgesehen gab es viel zu wenig sehenswerte Aktionen.

Während es der VfL Wolfsburg nach einer desolaten Hinrunde geschafft hat, sich zu stabilisieren und auf der Zielgeraden der Saison eine Stammformation zu finden, war dem Hamburger SV eine große Verunsicherung anzumerken. Nach der bitteren Heimpleite gegen den SC Freiburg hatte Fink seine Mannschaft gleich auf fünf Positionen verändert. Dem langjährigen Profi ist in Hamburg von vielen routinierten Experten und aufmerksamen Beobachtern bestätigt worden, dass er dringend etwas ändern müsse.

Fink bewies den Mut, es mit einer grundlegend veränderten Formation zu versuchen. Aber vor allem der in Hamburg lange Zeit umstrittene Berg bremste den erhofften Spielfluss. Der Schwede lief im Minutentakt ins Abseits und schien nicht bemerkt zu haben, dass die Wolfsburger mit einer weit vor dem eigenen Strafraum verteidigenden Viererkette agieren. Nur kurz nach der Pause hatte Berg Erfolg und gab VfL-Torhüter Diego Benaglio das Nachsehen.

Der in Abstiegsgefahr geratene HSV bemühte sich redlich um Kombinationen, blieb in der Offensive aber zu harmlos. Die Wolfsburger versuchten es mit ihrem gewohnten Kraftfußball, der mit Hilfe von vielen gewonnenen Zweikämpfen und lang geschlagenen Bällen zum Erfolg führen sollte. Tatsächlich gelang es VfL-Torjäger Mandzukic, die Mehrheit seiner Kopfballduelle zu gewinnen. Der Elan von Mandzukic stand Modell für die größere Entschlossenheit eines Wolfsburger Teams, das den dritten Sieg in Serie und das große Dilemma des Hamburger SV bejubeln konnte.

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