Sport : HSV verliert – Toppmöller in Bedrängnis

Oliver Trust[Stuttgart]

Irgendwann gab Klaus Toppmöller einfach auf. Der Trainer des Hamburger SV setzte sich auf die große rote Kühltruhe neben seiner Bank. Die Schweißflecken auf seinem blauen Hemd wurden größer. Seine Verzweiflung nahm mit jeder Minute zu. Als Imre Szabics den VfB Stuttgart mit seinem Treffer zum 2:0-Endstand endgültig an die Tabellenspitze schoss, kauerte Toppmöller nur noch auf seinem Sitz.

Toppmöller könnte sich in diesem Moment schon mit seiner Zukunft bei den Hanseaten beschäftigt haben. Obwohl er nach zahlreichen Streitereien mit der Führung des HSV in Almani Moreira und Khalid Boulahrouz zwei neue Spieler holen durfte, konnten nur Optimisten im Spiel der Hamburger in Stuttgart einen Aufwärtstrend entdecken. „Wie wir verloren haben, ist enttäuschend“, sagte HSV-Torhüter Martin Pieckenhagen, „ohne zwingende Chancen herauszuspielen, das ist unser Hauptproblem.“ Wie immer sind es nun weniger die Spieler, die die Zeiten ohne Erfolge erklären müssen.

Toppmöller und sein ungezügeltes Temperament passen nicht zur steifen Zurückhaltung der vielen Räte in den Gremien des HSV. Einer aus der Schaltzentrale der Hamburger, der im Moment noch anonym gegen den Trainer opponiert, meinte, es sei doch nur eine Frage der Zeit, „bis der Mann wieder ausrastet“. Dabei hatten sie in den letzten Tagen versucht, Einigkeit zu demonstrieren. Der Blick auf die Tabelle stellt den Friedensschluss auf eine harte Bewährungsprobe. Platz 14, drei Punkte nach vier Spielen und die erbärmliche Vorstellung in Stuttgart. „Das ist ein Spiel gewesen, da könnte man als Trainer vor Wut heulen“, sagte Toppmöller.

Was die Sache schlimmer macht, ist die Tatsache, dass die Stuttgarter die Hamburger nicht gerade an die Wand spielten. Immerhin gelang es den Schwaben, am Ende etwas mehr Siegeswillen aufzubringen. „Das macht ein Spitzenteam aus“, sagte Torschütze Meißner. Nach einem Freistoß von Alexander Hleb stand Meißner plötzlich allein vor dem Tor und traf per Kopf. Kevin Kuranyi bediente in der Schlussminute Imre Szabics, der mit dem 2:0 keine Mühe hatte. Stuttgarts Trainer Matthias Sammer wollte den erneuten Sprung an die Tabellenspitze nicht überbewerten. „Es geht so schnell, das hat man doch bei Bayer Leverkusen gesehen.“

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