Sport : Huber mit Tränen

Mit weichen Knien und einer Erstrunden-Niederlage hat sich Anke Huber von der professionellen Tennis-Szene verabschiedet. Wehmut spielte mit, als am Mittwoch beim Masters in der Münchner Olympiahalle der letzte Ball für die Karlsdorferin gespielt war. Justine Hénin aus Belgien beendete in 56 Minuten mit einem 6:1, 6:2-Erfolg die 13 Jahre lange Karriere der Tennisspielerin, die sich nun auf ein Leben ohne Presserummel, Rampenlicht und Tennisschläger freut. Mit gemischten Gefühlen sagte sie: "Einerseits bin ich erleichtert, dass alles vorbei ist. Andererseits hätte ich mich aber lieber mit einer besseren Leistung verabschiedet." Justine Hénin dagegen darf sich auf den Vergleich der Youngster im WM-Viertelfinale gegen Serena Williams aus den USA freuen.

Online-Gaming Spiel, Satz und Sieg: Der Pong-Klon von meinberlin.de Ein großer Blumenstrauß von DTB-Präsident Georg von Waldenfels und der tosende Applaus der rund 3000 Zuschauer erleichterten Anke Huber das bittere Ende. Feuchte Augen hatte ihr Entdecker und langjähriger Trainer Boris Breskvar, der schon von einem baldigen Comeback träumte. "Anke sollte noch nicht aufhören", meinte er traurig, "denn sie war immer ein Teil von mir. Aber ich bin sicher, dass sie es sich in zwei, drei Monaten noch einmal überlegt."

"Ganz sicher nicht", antwortete Anke Huber und zog den imaginären Schlussstrich noch ein bisschen dicker. "Ich kann ganz gut ohne das allgegenwärtige Interesse der Öffentlichkeit auskommen", sagte die nach Steffi Graf beste deutsche Tennisspielerin. Ihr halbes Leben hat sie in der "unwirklichen" Welt des weißen Sports verbracht. Nun sollen Freunde, Familie und irgendwann auch eigene Kinder im Vordergrund stehen. "Es ist genug", meinte sie. "Vielleicht höre ich zwei Jahre früher auf als andere, dafür habe ich früher angefangen."

Dem Tennis wird sie auch abseits der großen Bühne fest verbunden bleiben. "In welcher Form, weiß ich allerdings noch nicht", sagte die Badenerin. Mit von Waldenfels wird es in Kürze Gespräche geben. "Natürlich soll uns Anke Huber erhalten bleiben", sagte der Tennis-Boss. Möglich, dass sie etwas im Nachwuchsbereich macht. Und das Fernsehen hat auch schon angeklopft und Interesse an der Ko-Kommentatorin Anke Huber bekundet.

Dann kann sie erklären, wie man es nicht machen sollte. Vorgemacht hat sie es am Mittwoch gegen Justine Henin mit bitterer Konsequenz. Die beiden bisherigen Vergleiche hatte die Belgierin in Wimbledon und Filderstadt mit Glück gewonnen. Diesmal war die 19 Jahre alte Entdeckung der Saison aber nicht zu stoppen. Auf dem langsamen Teppichboden der Olympiahalle wurde aus Anke Hubers Hoffnungen blanke Illusion.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben