Sport : Hübners Kniefall

Kapitän der Volleyballer in Berlin gegen Brasilien nicht dabei

Karsten Doneck

Berlin. Stefan Hübner hat abgesagt, schweren Herzens. „Natürlich möchte man gerne spielen, gerade gegen solche Gegner wie Italien oder Brasilien“, sagt er. Es geht aber nicht. Zu groß sind die Schmerzen im Knie. Ein Patellaspitzensyndrom hat der Arzt bei ihm diagnostiziert, eine Verletzung, die gerade bei Volleyballern häufig vorkommt, „aufgrund von Überlastungen oder Degeneration“, wie der Berliner Sportarzt Torsten Dolla berichtet. Hübner, der Kapitän, steht der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft damit heute (live im RBB) und morgen (jeweils 14 Uhr, Max-Schmeling-Halle) in den beiden Weltligaspielen gegen Brasilien nicht zur Verfügung. „Dass er fehlt, ist wirklich nicht lustig. Schließlich gehört Stefan zusammen mit Gustavo Endres zu den besten Mittelblockern der Welt“, sagt Bundestrainer Stelian Moculescu voller Bedauern. Mit diesem Bollwerk namens Gustavo Endres, von dem Moculescu da redet, ist Brasilien immerhin Weltmeister geworden.

Stefan Hübner, der vom SC Charlottenburg vor drei Jahren in die weitaus stärkere italienische Liga gewechselt ist, wird auch in den restlichen vier Weltligaspielen gegen Portugal und in Italien nicht mehr zum Einsatz kommen. Mit schmerzstillenden Spritzen gäbe es vielleicht Möglichkeiten, ihn fit zu bekommen, aber die Ärzte raten zur Schonung des schmerzenden Knies. Hübner, der gestern seinen 28. Geburtstag feierte, fügt sich. „Ich möchte meine Teilnahme an der Europameisterschaft im eigenen Land auf keinen Fall aufs Spiel setzen. Deshalb haben wir diese Entscheidung getroffen“, sagt er.

Der vom 5. bis 14. September in Deutschland stattfindenden EM hat der Bundestrainer eindeutig Priorität eingeräumt, auch gegenüber der Weltliga. Stelian Moculescu stellt fest: „Die Weltliga ist ein hervorragender Wettbewerb, um unsere Mannschaft voranzubringen, aber die EM ist wichtiger.“ Die Weltliga bringt den Deutschen die Lerneffekte, die bei der Meisterprüfung, der EM, praktische Anwendung finden sollen. Während in der Weltliga das Vorrunden-Aus seit Jahren für Deutschlands Volleyballer programmiert ist, bietet die Europmeisterschaft Gelegenheit, über sportliche Erfolge – Ziel ist das Vordringen unter die letzten Vier - Ansehen und Popularität der Sportart hier zu Lande insgesamt zu heben.

Für diese EM wird eben auch Stefan Hübner dringend benötigt. „Sein Wesen, seine Art aufzutreten - das fehlt uns momentan“, sagt Moculescu.

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