Sport : Human besiegt

Bayer Leverkusen gewinnt 2:0 gegen Köln – und will jetzt in die Champions League

Erik Eggers

Leverkusen. Noch in der Halbzeit hatte Reiner Calmund eine düstere Ahnung beschlichen. „Das kann noch leicht nach hinten losgehen“, sagte der Manager von Bayer Leverkusen und diagnostizierte seiner Mannschaft „La-Paloma-Fußball“. Das ist in Calmunds eigenwilliger Sprache der Ausdruck dafür, dass trotz großer Dominanz die letzte Konsequenz vor dem Tor fehlte.

Doch all die dunklen Prognosen waren am Ende vergessen. 2:0 (1:0) gewann Leverkusen schließlich das Rheinderby gegen den Absteiger 1. FC Köln und sicherte sich damit den ersehnten Uefa-Cup-Platz. Dementsprechend entspannt trat Calmund vor die Mikrophone. „Wir sind international dabei“, sagte er zufrieden, „jetzt können wir auch über die Champions League nachdenken“. Weil der Abstand zum Tabellendritten VfB Stuttgart nur noch zwei Punkte beträgt, „haben wir es jetzt wieder selbst in der Hand“. Am letzten Spieltag kommen die Stuttgarter nach Leverkusen, in der kommenden Woche muss Bayer gegen Bremen antreten. Einen Uefa-Cup-Platz haben die Leverkusener sicher, doch Augenthaler hofft, „dass Werder nach der Meisterschaft kräftig feiert und das Spiel gegen uns locker angeht“. In der letzten Saison habe sein Team zwei Endspiele um den Klassenerhalt gehabt, „jetzt zwei Endspiele um die Champions League“.

Die Leverkusener werden sich steigern müssen, denn gegen Köln ging die Mannschaft sehr fahrlässig mit ihren Chancen um. „Wir sind noch human mit den Kölnern umgegangen“, so umschrieb es Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler. „Wir müssen glücklich sein, dass nur zwei Tore gefallen sind“, sagte auch Kölns Coach Marcel Koller.

In der ersten halben Stunde war der Absteiger hilflos gegen die ballsicheren und kombinationsstarken Leverkusener, die zudem mehr Einsatz zeigten. Doch weder Bernd Schneider per Freistoß (2. Minute), Juan durch technisch perfekten Fallrückzieher (4.), noch der freistehende Nowotny aus acht Metern trafen (11.). So musste der bisher in der Bundesliga torlose Clemens Fritz einspringen. Der Mittelspieler zog, von Sinkala unbedrängt, in die Mitte und schoss mit links aus etwa 20 Metern in den linken Winkel (22.). „Das erste Tor im Derby, das ist doppelt schön“, sagte Fritz, der nun auch „ein Endspiel um den dritten Platz“ will. Unverständlich eigentlich, dass Leverkusen nach der Führung seine Angriffsaktionen beinahe einstellte und den Vorsprung verwaltete. Die Kölner kamen dennoch nicht zu verwertbaren Chancen.

Erst nachdem sich die Leverkusener Zuschauer wegen sich mehrender Unkonzentriertheiten zu pfeifen begannen, fiel die Entscheidung: Juan trieb den Ball durch das Mittelfeld und spielte ihn trotz 3:5-Unterzahl unbedrängt zum rechts lauernden Franca. Der verwandelte mit einem trockenen Flachschuss aus 14 Metern (73.). Anschließend verschoss Dimitar Berbatow noch überaus lässig einen an ihm selbst verschuldeten Elfmeter. „Das war der letzte Strafstoß, den er geschossen hat“, sagte Augenthaler.

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