Humor statt Horror : Alba gibt sich selbstbewusst

Alba geht zuversichtlich in die dritte Halbfinalpartie gegen Frankfurt – trotz des Kollapses im vierten Viertel des letzten Duells am vergangenen Samstag.

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Wieder zu spät. Albas Bryce Taylor (Mitte) kann dem überragenden DaShaun Wood (r.) im letzten Viertel von Spiel zwei nicht folgen.
Wieder zu spät. Albas Bryce Taylor (Mitte) kann dem überragenden DaShaun Wood (r.) im letzten Viertel von Spiel zwei nicht folgen.Foto: dpa

Berlin - Patrick Femerling hat Großes vor. „Der Trainer hat gesagt, ich spiele 40 Minuten und darf 60 Würfe nehmen“, sagt Alba Berlins Center. „Ich bringe auch den Ball nach vorne, bleibe dann aber stehen, damit ich nicht so viel laufen muss.“ Femerling grinst, er weiß, dass er Blödsinn erzählt. Der 36-Jährige war lange verletzt und wird heute im dritten Spiel der Play-off-Halbfinalserie bei den Skyliners Frankfurt (19.15 Uhr, live bei Sport1) wohl gar nicht zum Einsatz kommen. Doch davon lässt er sich genauso wenig seinen Humor verderben wie von dem desaströsen Schlussviertel im zweiten Spiel, das am Samstag zu einer 72:80-Niederlage der Berliner Basketballer führte.

Auch Derrick Allen ist sich sicher, dass die achteinhalb Minuten, die Alba am vergangenen Sonntag ohne Punkt blieb, den Berlinern keinen Knacks verpasst haben. „Wir haben unser Selbstbewusstsein nicht verloren. Wir haben vielmehr das Gefühl, das Spiel einfach weggegeben zu haben“, sagt Allen. „Es war wie ein Weihnachtsgeschenk – wir haben schreckliche zehn Minuten gespielt.“ Man merkt dem 30-Jährigen an, wie sehr ihn die Art und Weise ärgert, wie Alba die mögliche 2:0-Führung in der Best-of-Five-Serie aus der Hand gab. „Wir haben im vierten Viertel einfach keinen besonders klugen Basketball gespielt“, sagt Allen und zählt danach all jene Dinge auf, die man in den Play-offs auf keinen Fall tun darf: „Wir haben zu viele einfache Korbleger zugelassen. Wir haben viel von draußen geworfen und aufgehört zu verteidigen.“ Der Ball habe nicht mehr den Weg in die Hände von Yassin Idbihi und Miroslav Raduljica gefunden, obwohl die beiden Berliner Center den Frankfurtern physisch deutlich überlegen sind. „Da liegen unsere Vorteile, so haben wir Spiel eins gewonnen und Spiel zwei drei Viertel lang kontrolliert“, sagt Allen. Raduljica hatte zuletzt Rückenprobleme, stieg aber am Montagabend wieder ins Mannschaftstraining ein und reiste gestern mit dem Team nach Frankfurt.

Obwohl Albas Probleme im Horror-Viertel augenscheinlich vor allen Dingen im Angriff lagen, sieht Allen größeren Verbesserungsbedarf in der Verteidigung. Besonders Frankfurts Spielmacher DaShaun Wood gilt es zu stoppen. Dafür hat Trainer Muli Katzurin seinen Spielern ein ausgiebiges Videostudium verordnet. „Wir zeigen ihnen die Fehler und versuchen dann, dieselben Fehler zu vermeiden“, sagt Katzurin. Um in den Play-offs zu bestehen, müsse man bestimmte Eigenschaften haben: „Man muss mental stark sein, hart verteidigen und immer konzentriert bleiben.“ Allerdings waren es genau diese drei Bereiche, in denen Alba zuletzt schwächelte. Für das Problem der von Derrick Allen erwähnten fehlenden Cleverness hat Katzurin eine denkbar einfache Lösung. „Wir gehen alle zusammen zu Kaiser’s und kaufen da ein bisschen Klugheit“, sagt der Israeli und grinst. Warum sollen es immer nur die Spieler sein, die Blödsinn erzählen dürfen?

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