Sport : Hunde, Katzen, Elefanten

Kurioses aus 30 Jahren Berlin-Marathon

Jörg Wenig

Pünktlich um neun Uhr wird heute der 30. Berlin-Marathon gestartet. Seit der Premiere im Jahr 1974 ist viel passiert:

Der Hungerkünstler: Der erste Sieger hieß 1974 nach 2:44:53 Stunden Günter Hallas. Der Läufer der LG Nord Berlin wird auch am Sonntag starten, ohne allerdings den Fehler von 1974 zu wiederholen. Damals ignorierte er während der 42,195 Kilometer sämtliche Verpflegungsstände. „Ich war 32 Jahre alt und absolut ahnungslos. Deswegen dachte ich, ich muss das so durchhalten“, sagt Hallas. „Drei Kilometer wollte ich aufgeben, doch ein Zuschauer hat mich regelrecht ins Ziel gescheucht.“

Wer andern eine Grube gräbt: Einen Schreck bekamen die Organisatoren 1988, weil auf der Strecke plötzlich eine Straße aufgerissen worden war. Doch das Tiefbauamt kooperierte perfekt. Einen Tag vor dem Start wurde die Grube zugeschüttet und asphaltiert, einen Tag nach dem Marathon wurden die Straße wieder aufgerissen.

Ein ganzes Dorf läuft: Meine Name ist Hase: Schon in den 80er Jahren starteten regelmäßig Läufer aus der DDR beim Berlin-Marathon. Sie hatten für Verwandtenbesuche eine Ausreisegenehmigung erhalten und meldeten heimlich für das Rennen. Aus Angst, ertappt zu werden, startete ein Läufer zunächst unter dem Namen seiner Katze, später wurde daraus der seines Hundes und auch der seines Heimatdorfes.

Ausgerechnet Elefanten: Dritter wurde 2000 der Kenianer Jackson Kabiga. Für ihn hatte es unterwegs allerdings eine Begegnung der ungewünschten Art gegeben. Kabiga lief in der Spitzengruppe, als die den Anhalter Bahnhof zwischen Kilometer 12 und 13 passierte. Dort gastierte zu dieser Zeit der Amerikanische Zirkus, und als Clou hatten die Zirkusleute Tiere neben die Strecke gestellt, darunter auch Elefanten. „Ausgerechnet Elefanten“, rief Kabigas Manager Larry Barthlow entsetzt. „Vor Elefanten hat er Angst.“ Der Kenianer kam heil ins Ziel. Doch seitdem ist er nicht mehr gestartet.

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