Sport : Huntelaars helfende Hand

Schalke kommt durch ein umstrittenes Tor des Niederländers in Wolfsburg nach 0:2-Rückstand zu einem 2:2

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Die Regenschirme, die nach Spielende für Wolfgang Stark aufgespannt wurden, schützten vor Regen und Bier zugleich. Dem sehenswerten, weil hart umkämpften 2:2 (2:1) zwischen dem VfL Wolfsburg und Schalke 04 waren schwere Momente für den Schiedsrichter gefolgt, der etwas Entscheidendes übersehen hatte. „Der Ball ist mir an den Oberarm gesprungen“, gestand Schalkes Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der ein höchst umstrittenes Tor zum 2:2-Endstand erzielt hatte. „30 000 Menschen haben gesehen, dass da ein Handspiel war, nur der Schiedsrichter nicht“, sagte Wolfsburgs frustrierter Cheftrainer Steve McClaren. Der Brite hatte Stark nach dem Abpfiff mit höhnischem Applaus bedacht und damit die Bierbecherwürfe der Wolfsburger Fans provoziert.

Seine Mannschaft hatte sich über weite Strecken des Spiels so angriffslustig gezeigt wie McClaren. Mit dem frühen Kopfballtor von Grafite zum 1:0 und dem 2:0 von Edin Dzeko nach einer halben Stunde stand für den VfL eine Belohnung für eine engagierte Leistung in der ersten Halbzeit in Aussicht. Die Wolfsburger hatten ihrem früheren Trainer Felix Magath, der mit ihnen erfolgreich, aber auch recht unbarmherzig gearbeitet hatte, einen besonderen Empfang bereitet. Sie grätschten und kombinierten in Serie. Außenverteidiger Marcel Schäfer, der beide Wolfsburger Tore vorbereitete, flankte sehenswert und umkurvte die Schalker Defensive nach Belieben. „Magath raus!“ und „Wir ham die Schnauz voll!“, riefen die rund 2500 Schalker Fans, ehe durch das 1:2 von Edu kurz vor der Pause nach schöner Vorarbeit von Raúl und Jefferson Farfan noch einmal Hoffnung aufkeimte.

Was die Gemüter der Wolfsburger in der zweiten Halbzeit bewegte, als die Schalker endgültig aus ihrer Lethargie erwachten, war vor allem Schiedsrichter Wolfgang Stark. Auch mit der Roten Karte, die er Ashkan Dejagah eine knappe Viertelstunde vor Schluss wegen eines rüden Fouls gegen Farfan gezeigt hatte, mochten sich die Wolfsburger Verantwortlichen nicht anfreunden. „Das waren schon seltsame Entscheidungen“, sagte Dieter Hoeneß. Der Vorsitzende der Wolfsburger Geschäftsführung war nach dem Schlusspfiff genauso wie Trainer McClaren auf Stark zugeeilt und hatte diesem mit dem Zeigefinger voran seine Sicht der Dinge schildern wollen. Doch weder der Schiedsrichter noch seine beiden Assistenten hatten erkannt, dass die Wolfsburger durch die Fehlentscheidung bei Huntelaars Treffer zum 2:2 um ihren Sieg gebracht worden waren.

Dass Stark beim Verlassen des Spielfelds Gefahr lief, von vollen Bierbechern getroffen zu werden, machte den Einsatz der schützenden Regenschirme notwendig. Die unschönen Szenen haben einen Sonderbericht des Schiedsrichters zur Folge, in dem offenbar auch McClaren wegen seines provozierenden Verhaltens auftauchen wird. Ein Nachspiel droht.

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