Sport : Huntelaars triumphale Rückkehr

Dank der drei Tore des Holländers schlägt Schalke den Hamburger SV 4:1.

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Ende der Leidenszeit. Wochenlang war Klaas-Jan Huntelaar verletzt. Foto: dpa
Ende der Leidenszeit. Wochenlang war Klaas-Jan Huntelaar verletzt. Foto: dpaFoto: dpa

Gelsenkirchen - Drei Minuten vor dem Ende durfte sich Klaas-Jan Huntelaar den verdienten Applaus der 61 673 Zuschauer abholen. Nicht weniger als drei Treffer und eine Vorlage waren dem Angreifer beim 4:1 (2:1) des FC Schalke 04 gegen den Hamburger SV gelungen. Es war der Tag des Klaas-Jan Huntelaar, keine Frage. Und mit diesem Sieg haben sich die Schalker gegen einen direkten Konkurrenten um Platz vier durchgesetzt und einen Schritt in Richtung Champions-League-Qualifikation gemacht. „Wir haben uns ein bisschen absetzen können. Aber ich mache keine Rechnungen auf, wann wir für den internationalen Wettbewerb qualifiziert sind“, sagte Schalkes Trainer Jens Keller. „Dieser Sieg war auch in der Höhe verdient.“

Ob Keller allerdings die Geschicke der Spieler in der kommenden Saison als Trainer auch in der kommenden Saison bestimmen wird, wurde unmittelbar nach der Partie infrage gestellt. Stefan Effenberg wurde als Trainerkandidat der Schalker für die kommende Saison gehandelt. Weder der ehemalige Nationalspieler selbst noch Schalkes Manager Horst Heldt wollten sich zu dieser Meldung eingehender äußern. „Die Trainerfrage ist noch nicht entschieden. Ich werde mich nicht an Spekulationen beteiligen“, sagte Heldt. Kategorisch ausschließen wollte er eine mögliche Verpflichtung des 44-Jährigen allerdings auch nicht, auch wenn er noch anmerkte, dass Keller der erste Ansprechpartner in der Trainerfrage sein werde. Vielmehr wollte sich Heldt zu dem gelungenen Auftritt der Schalker Mannschaft äußern. „Das war ein richtig gutes Spiel“, sagte er sichtlich zufrieden.

Zwar hatte die Partie ungünstig für die Schalker begonnen. Marcell Jansen hatte den HSV bereits nach fünf Minuten per Kopfball in Führung gebracht. Doch dieser Gegentreffer schien die Schalker, aber vor allem Klaas-Jan Huntelaar, aufgeweckt zu haben. Bereits fünf Minuten später erzielte Michel Bastos nach Zuspiel von Huntelaar den Ausgleich. Nach 21 Minuten war es dann der Holländer selbst, der nach prächtiger Vorarbeit von Julian Draxler nur noch zum 2:1 einzuschieben brauchte. Knapp sieben Wochen nach seinem Bänderriss stand der Angreifer erstmals wieder auf dem Platz und er veränderte das Schalker Spiel, dass ohne ihn so einfallslos und behäbig wirkte. Seine Vertreter, Ciprian Marica oder auch Teemu Pukki, konnten diese Qualitätslücke zu keinem Zeitpunkt schließen.

Es war Huntelaar anzumerken, dass er jeden Augenblick genoss, den er auf dem Rasen stand. „Es war mein bestes Spiel in diesem Jahr“, sagte Huntelaar. „Das intensive Training hat sich ausgezahlt.“ Der 29-Jährige wirkte ungemein engagiert, spiel- und kombinationsfreudig. Und so war es auch kein Zufall, dass der Niederländer in der zweiten Hälfte erneut traf. Kurz nach Wiederbeginn hatte Raffael mit einem Alleingang gegen die schläfrige Abwehr HSV-Abwehr optimal vorbereitet, Huntelaar verwandelte per Kopfball zum 3:1. Doch damit war es noch immer nicht genug. Kurz darauf stand Huntelaar erneut richtig und staubte zum 4:1 per Kopf ab, nachdem HSV-Torhüter Rene Adler einen Flanke unglücklich abgewehrt hatte. „Wir sind froh, dass Klaas- Jan wieder zurück ist“, sagte Keller. Solch einen Spieler hätten die Hamburger auch gern in ihren Reihen gehabt. Trainer Thorsten Fink war jedenfalls der Meinung, dass „die Schalker einfach mehr Qualität haben“. Seine Mannschaft war den Schalkern bis auf die ersten Minuten schlicht in allen Belangen unterlegen. Jörg Strohschein

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