Sport : „Hupen, tröten, singen“

Der Marrokaner Youssef Mokhtari über das Finale des Afrika-Cups und die Folgen

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YOUSSEF MOKHTARI (24)

spielt in der

Zweiten Bundesliga

für Wacker Burghausen. Beim Afrika-Cup traf er

viermal für Marokko.

Foto: dpa

Herr Mokhtari, Herr Mokhtari! Bei Ihnen ist es so laut. Hören Sie mich?

Hallo, hallo, wer ist da?

Der Tagesspiegel aus Berlin. Wo sind Sie?

Wir sind in Agadir, zu Hause in Marokko. Es ist unglaublich laut hier. Wir sind gerade aus dem Flugzeug gestiegen und werden gefeiert. So was habe ich noch nie erlebt.

Was ist los?

Was soll schon los sein? Wir standen im Finale des Afrika-Cups, das haben Sie doch bestimmt gesehen im deutschen Fernsehen, oder?

Natürlich.

Das Finale ist für uns das Größte. 1:2 haben wir gegen Tunesien verloren. Das war bitter, weil ich kurz vor der Halbzeit das 1:1 erzielt habe. Egal, Platz zwei ist auch super.

Sind Sie gar nicht traurig?

Ein bisschen traurig war schon, kurz nach dem Abpfiff. Aber das hat sich inzwischen fast gelegt. Schauen Sie: Wir sind eine sehr junge Mannschaft. Dass wir überhaupt das Endspiel erreicht haben – das war großartig. Das ist uns 1976 das letzte Mal gelungen und … Achtung!

Was ist denn?

Ach, eine Hupe. Die hupen und tröten und singen wie die Verrückten. Toll.

Wo fahren Sie eigentlich hin?

Wir fahren gerade durch die Straßen zum König. Der hat uns in seinen Palast eingeladen. Keine Ahnung, was mich erwartet. Das ist Wahnsinn hier in Agadir. Hören Sie das?

Ja. Wird der König jetzt mit Ihnen feiern?

Keine Ahnung, hier will das ganze Land mit uns feiern, nicht nur der König. Vielleicht hält er eine Rede, ich weiß es nicht, wir müssen ja danach weiterfahren.

Wohin müssen Sie denn noch?

Danach geht’s nach Casablanca. Da warten 50 000 Menschen, die sollen jetzt schon auf den Straßen tanzen. Das ganze Land feiert und tanzt. Wegen uns .

Und Ihre Rückreise zu Ihrem Verein nach Burghausen kann warten?

Das werde ich heute nicht mehr schaffen. Aber die freuen sich ja in Burghausen auch für mich … eine Sekunde bitte …

… was ist nun schon wieder?

Entschuldigung, ich muss Schluss machen. Ich darf hier gar nicht telefonieren. Bis bald, schöne Grüße nach Berlin.

Das Gespräch führte André Görke.

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