Sport : IAAF will kein Startrecht erteilen - Konsequenz aus dem "Fall Ottey"

Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) will aus der Diskussion um Sprinterin Merlene Ottey Konsequenzen für seinen Kampf gegen das Doping ziehen. Positiv getestete Athleten sollen künftig kein Startrecht erhalten, bis ihr Fall durch die letzte Instanz gegangen ist. Wie IAAF-Generalsekretär Istvan Gyulai erklärte, soll das IAAF-Council über eine entsprechende Vorlage bei seiner Sitzung am 12. und 13. Februar in Monte Carlo entscheiden. "Auch wenn Ottey juristisch startberechtigt ist, geht es hier um einen Dopingfall", betonte der Ungar.

Die Jamaikanerin, die bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen 14 Medaillen gewonnen hat, will morgen beim Meeting in Sevilla antreten. Am Wochenende hatte die im vergangenen Juni in Luzern der Einnahme des verbotenen anabolen Steroids Nandrolon überführte Sportlerin kurzfristig ihren Start beim Sportfest in Karlsruhe abgesagt, nachdem ihre Verpflichtung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte. Nach Angaben von Gyulai wird das IAAF-Council bei seiner Sitzung den Fall an das Arbitration Pannel verweisen. Das Schiedsgericht soll sich noch im Februar mit anhängigen Dopingfällen beschäftigen. Es gebe auch Überlegungen, "das Verfahren bei Dopingfällen künftig zu beschleunigen".

Außer Ottey versucht derzeit auch Hochsprung-Weltrekordler Javier Sotomayor (Kuba) wieder, bei Sportfesten unterzukommen. Der Olympiasieger von 1992, in dessen Urin Kokain gefunden worden war, wurde von seinem Manager Jesus Molina den Veranstaltern des Wuppertaler Hochsprung-Meetings angeboten. Organisator Wolfgang Killing, gleichzeitig Bundestrainer, erteilte den Kubanern jedoch eine Absage. "Wer in einem Dopingverfahren steckt, kann nicht starten", erklärte er. Sotomayor peilt nun einen Start in Bologna an.

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