Ibrahimovic gegen Ronaldo : Bitte nicht das M-Wort rufen!

Heute Abend entscheidet sich, welche Fußballdiva die WM am Fernseher verfolgen muss. Dabei sind sich der Schwede Zlatan Ibrahimovic und der Portugiese Cristiano Ronaldo ähnlicher, als sie denken - unter anderem in ihrer Abneigung gegen Messi.

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Ibrahimovic herzt Ronaldo.
Ibrahimovic herzt Ronaldo.Foto: dpa

Lionel Messi ist weit weg und vielleicht doch dabei. Heute Abend, wenn Schwedens Nationalelf gegen Portugal um die letzte Chance kämpft, bei der WM 2014 in Brasilien dabei zu sein. Der schwedische Stürmer Johan Elmander hat schon mal laut darüber nachgedacht, ob die Zuschauer in Solna nicht geschlossen Messis Namen skandieren sollten, um damit Cristiano Ronaldo aus dem Tritt zubringen. Nichts hasst die portugiesische Einmannveranstaltung mehr als die ständigen Vergleiche mit Messi. Gerade erst hat der Fifa-Präsident Joseph Blatter in aller Öffentlichkeit den kleinen Argentinier über den grünen Rasen gelobt und sich zugleich auf höchst unpräsidiale Art über den großen Portugiesen lustig gemacht. Seitdem verspürt Ronaldo wenig Lust, im Januar den Glanz der Fifa-Gala mit seiner Anwesenheit zu mehren.

Das ist ein bemerkenswerter Akt der Selbstkasteiung, denn nichts liebt Cristiano Ronaldo so sehr wie den Auftritt auf der großen Bühne. Die größte Bühne ist die WM, sie war bislang immer ein bisschen zu groß. Für eine realistische Chance auf einen internationalen Titel müsste Portugal noch ein paar Ronaldos mehr haben, aber ob das dem Original so recht wäre? Der Mann lebt in seinem Selbstwertgefühl vom Status des Einmaligen. Cristiano Ronaldo ist ein großartiger Fußballspieler mit einer nicht ganz so großartigen Beliebtheit beim Volk, das ihn weniger liebt denn respektiert. Das immerhin aus gutem Grund: Zuletzt traf Ronaldo zum 1:0-Siegtor gegen Schweden im Hinspiel von Lissabon (wo natürlich niemand „Messi!!!“ schrie).

Wer Ronaldo ausschaltet, hat eine sehr gute Chance, Portugal auszuschalten. Aber ob das über Lionel Messi funktioniert? Es könne da ein kleines Problem geben mit Schwedens Einmannveranstaltung, sie hört auf den Namen Zlatan Ibrahimovic und reagiert höchst allergisch auf den Weltstar aus Barcelona. Die beiden haben mal zusammen in Blau-Rot gespielt, und am Ende dieses Experiments fühlte Ibrahimovic sich von Messi aus der Mannschaft gemobbt. Sprechchöre für einen unsichtbaren Dritten hätten heute eine eher kontraproduktive Wirkung für Schweden. Denn wer Ibrahimovic ausschaltet …

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