Sport : „Ich bin froh, dass es vorbei ist“

Herthas Ex-Spieler Erich Beer über den eingestellten Torrekord

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Herr Beer, jetzt sind Sie sicher sehr traurig, dass Michael Preetz Sie eingeholt hat.

Nicht die Spur. Ich bin froh, dass es vorbei ist. Der Trubel, der in den letzten Tagen um meine Person gemacht wurde, war doch ganz schön happig. Als ich damals Lorenz Horr, der für Hertha 75 Tore erzielt hat, eingeholt habe, wurde das in den Zeitungen höchstens mit einer Zeile erwähnt.

Haben Sie mit Michael Preetz in letzter Zeit Kontakt gehabt?

Ja, wir haben uns beim 50. Geburtstag von Dieter Hoeneß in Berlin getroffen.

Haben Sie ihm da Tipps gegeben, wie er möglichst wenige Tore schießt?

Im Gegenteil. Ich habe ihm gesagt, er solle nicht immer an diese Zahl 83 denken, weil das nur verkrampft.

Hat es Sie nicht gewundert, dass es so lange gedauert hat, bis Ihr Rekord eingestellt wurde?

Eigentlich schon. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass Hertha lange Zeit in der Zweiten Bundesliga gespielt hat.

War es damals oder heute leichter, Tore zu schießen?

Ich glaube, damals war es leichter. Nicht von ungefähr hat Gerd Müller damals 40 oder 36 Saisontore erzielt, heute sind es erheblich weniger.

Dann sind Sie auf Ihre 83 HerthaTore also gar nicht sonderlich stolz?

Doch. Vergessen Sie nicht, dass ich die Tore als Mittelfeldspieler erzielt habe. Michael Preetz ist Stürmer.

Sie wohnen und arbeiten in München. Sehen Sie sich dennoch Spiele von Hertha an?

Ich habe in dieser Saison vier oder fünf Spiele von Hertha gesehen.

Und Ihr Verhältnis zum Verein ist wieder okay?

Ja, der Ärger ist vergessen. 1982, nach dem Wiederaufstieg Herthas, wollte man mich wieder haben und hat mit mir auch schon verhandelt. 2500 Mark sollte mein Grundgehalt betragen. Als man dann Rolf Blau statt meiner holte, hat man es nicht mal für nötig befunden, mir abzusagen. Deshalb bin ich ausgetreten. Inzwischen bin ich aber wieder Mitglied mit der Nummer 8, meiner damaligen Trikotnummer.

Das Interview führte Klaus Rocca .

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