Sport : „Ich bin in Topform“ Neuer gibt sich trotz Fehlern selbstbewusst

Markus Hesselmann

London - Die aufmunternden Worte kamen von einem ganz Großen. „Er wird schnell wieder aufstehen“, sagte Petr Cech, Torwart des FC Chelsea und der tschechischen Nationalelf, über seinen Kollegen Manuel Neuer. Der Torwart des FC Schalke 04, der zuweilen als kommende Nummer eins der deutschen Nationalelf gehandelt wird, hatte das 1:0 für Chelsea kurz nach dem Anpfiff mit einem schweren Fehler verschuldet. Am Ende verlor Schalke das Champions-League-Spiel in London 0:2. „Manuel Neuer hat in diesem Jahr sehr gut gespielt“, sagte Cech und bewies, dass er sich auskennt im europäischen Fußball. „Er muss den Fehler jetzt nur ganz schnell vergessen.“ Das halte er selbst auch immer so.

Cech allerdings ist für alles andere bekannt als für Fehler. Der Tscheche, mit 25 Jahren gerade einmal vier Jahre älter als Neuer, gilt als zurzeit wohl bester Torwart der Welt. Und er hat schon ganz andere Dinge überstanden als Fehler auf dem Platz: Nur drei Monate, nachdem er in einem Premier-League-Spiel einen Schädelbruch erlitten hatte, kehrte Cech im Januar diesen Jahres als Nummer eins in Chelseas Tor zurück. Und knüpfte an seine alte Leistungsstärke an. Nur eines ist jetzt anders: der Rugby-Kopfschutz, den Cech seit seiner schweren Verletzung trägt. Auch im Spiel gegen Schalke hielt Petr Cech souverän, bekam allerdings nicht allzu viel zu tun.

Manuel Neuer dagegen steht nach seinem zweiten Fehler innerhalb einer Woche jetzt erstmals in seiner kurzen Karriere so richtig unter Druck. In der Bundesliga hatte er im Spiel bei Hansa Rostock mit einem verunglückten Abwurf einen Gegentreffer verursacht. In der Champions League ließ er nun einen eher harmlosen Schuss des französischen Nationalspielers Florent Malouda durch seine Arme und Beine ins Tor. Trainer Mirko Slomka sicherte Neuer zwar zu, dass er auch beim nächsten Bundesliga-Spiel wieder im Tor stehen wird, knüpfte diese Zusage aber an eine Forderung. „Ich hoffe, dass er gegen Bremen eine Leistung bringt, die keiner Diskussion bedarf“, sagte Slomka. Mit Mathias Schober steht Schalke ein erfahrener Bundesligatorwart zur Verfügung für den Fall, dass Neuer doch einmal eine schöpferische Pause braucht.

Der junge Torwart selbst konnte sich seinen Aussetzer vom Mittwochabend nicht erklären. „So etwas passiert einfach“, sagte Manuel Neuer. Dass es ihm nun gleich zweimal passierte, sei „natürlich superärgerlich“. Um seinen Arbeitsplatz bangt er jedenfalls nicht: „Ich bin in Topform.“ Bis auf das 0:1 habe er gegen Chelsea ein „Superspiel“ gemacht, sagte Neuer und verwies auf seine Paraden im weiteren Verlauf dieses Champions-League-Spiels. Es schien, als hätte er sich den Rat Petr Cechs schon zu Herzen genommen. Markus Hesselmann

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