Sport : "Ich denke, es klappt noch mit Zabel"

Mit Otto Ziege sprach Hartmut Moheit

Beim Berliner Sechstagerennen im Januar möchte der Sieger von Dortmund gern starten

TAGESSPIEGEL: Mit welchen Eindrücken sind Sie vom 55.Dortmunder Sechstagerennen zurückgekehrt, bei dem Sie erneut als Sportlicher Leiter fungierten? ZIEGE: Ich habe dort eine unglaublich gute Veranstaltung erlebt, die erst mit dem letzten Sprint zugunsten von Rolf Aldag und Erik Zabel entschieden wurde.72.000 Radsportfans kamen insgesamt in die Westfalenhalle.Diese Zahl schwebt uns auch für den Januar in Berlin vor. TAGESSPIEGEL: Was haben Sie für die 86.Six-Days-Auflage von 23.bis 28.Januar mitbringen können? ZIEGE: In erster Linie wollten wir noch einmal Erfahrungen sammeln.Vom Fahrerlager bis zur Küche und von den Kojen bis zum Pressezentrum - wir haben alles ganz genau unter die Lupe genommen.Jetzt beginnt in Berlin die ganz konkrete Arbeit, diese Beobachtungen umzusetzen. TAGESSPIEGEL: Im Vordergrund standen für Sie aber auch Gespräche mit den Fahrern... ZIEGE: Ja, ich habe mich mit allen unterhalten.Es gibt heute bereits eine große Euphorie in diesem Kreis, wenn nur die Rede auf das nach sechs Jahren Pause wiederbelebte Sechstagerennen an der Spree kommt. TAGESSPIEGEL: Können Sie bereits Namen von Fahrern nennen, die garantiert starten werden? ZIEGE:Kommen wollen sie alle: Risi/Betschart aus der Schweiz, die Italiener Martinello/Villa, Danny Clark aus Australien sowie Etienne de Wilde aus Belgien sowie natürlich der Geraer Olaf Ludwig.Für die Verträge mit etwa 17 Teams wird in den kommenden Wochen der 77jährige Holländer Jan Derksen sorgen. TAGESSPIEGEL: In Ihrer Aufzählung fehlen drei besonders interessante Fahrer aus dem Team Telekom: Erik Zabel, Jan Ullrich und der des Tour-de-France-Siegers Bjarne Rijs.Vergessen? ZIEGE: Nein, denn Ullrich und Rijs haben bereits definitiv erklärt, daß sie nicht starten werden.Zabel würde sehr gern kommen, aber unser Termin kollidiert mit seinem Training auf Mallorca und der Präsentation des Teams Telekom.Ich hoffe noch auf eine positive Lösung für uns. TAGESSPIEGEL: Mit welchen Argumenten? ZIEGE:Mit 250 m Länge werden wir in Berlin über eine sehr lange Bahn verfügen.Wir müssen einfach nur Walter Goodefrot davon überzeugen, daß unser Sechstagerennen ein Teil des Trainings für die neue Straßensaison sein kann.Erik Zabel wäre schon ein toller Fahrer für unsere Veranstaltung, was man nicht von jedem Straßen-Radprofi sagen kann.Ich denke, es klappt noch mit Zabel. TAGESSPIEGEL: Allroundfahrer seiner Güte gibt es ohnehin nicht viele.Gibt es aus der Vergangenheit ein Beispiel, daß ein großer Straßenfahrer auf der Bahn kapitulierte? ZIEGE: Der Franzose Bernard Hinault war so einer.Er versuchte sich einmal in Dortmund, mußte aber sehr schnelle gegenüber den Bahnspezialisten passen.Da bis Berlin noch Sechstagerennen in München, Grenoble, Zürich, Köln, Bremen und Stuttgart stattfinden werden, die Cracks von Rennen zu Rennen mehr in Form kommen, hätte der bloße Start eines Stars an der Spree keinen Sinn. TAGESSPIEGEL: Werden Sie die Sechstage-Könige vergangener Tage in Berlin präsentieren? ZIEGE: Eingeladen sind sie alle, vom 89jährigen Gustav Kilian bis hin zum Belgier Patrick Sercu. TAGESSPIEGEL: Gab während der Bauphase der neuen Radhalle am Standort der ehemaligen Werner-Seelenbinder-Halle Augenblicke für Sie, daß Sie am Start des Sechstagerennens im Januar gezweifelt haben? ZIEGE: Ja, die gab es.Es gab einige, die geblockt haben.Die Frage nach dem künftigen Betreiber ist bis heute nicht gelöst.Positiv wirkte sich aus, daß der Senat immer voll hinter diesem Projekt stand. TAGESSPIEGEL: Welche Resonanz der Fans können Sie bereits verzeichnen. ZIEGE:Die Akzeptanz ist unglaublich gut.Wenn 72.000 Zuschauer an sechs Tagen kommen können, sind etwa 30 Prozent der Karten schon disponiert worden.Eröffnungs- und Finaltag laufen gut, der Familientag kommt super an und der Start- und Zielbereich erweist sich als Renner.

Mit Otto Ziege sprach Hartmut Moheit

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