Sport : „Ich drücke beide Daumen“

Wie Manager Weber mit den Schumacher-Brüdern mitfiebert

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Wie machen Sie das während der Rennen – drücken Sie einen Daumen für Michael und einen für Ralf Schumacher?

Ein Glück, dass mich der liebe Gott ebenfalls mit zwei Daumen ausgestattet hat.

Wer bekommt den rechten, wer den linken?

Unterschiedlich – es gibt keine festen Rituale beim Daumendrücken.

Aber Ihre Gefühle sind schon gespalten?

Ich sage immer, mir ist egal, wer gewinnt, die Hauptsache ist, er heißt Schumacher.

Hat die Situation der direkten WMRivalität das Verhältnis zwischen Michael und Ralf verändert?

Das wird zwar häufig so kolportiert, aber es stimmt nicht. Über das Thema Formel 1 sprechen beide ohnehin nicht miteinander.

Haben Sie nach so vielen Jahren in der Formel 1 beim Mitfiebern noch die gleichen tiefen Emotionen wie früher?

Ich habe auch heute immer noch dieses Kribbeln im Bauch, wenn ich an eine Rennstrecke komme, wenn ich am Vorstart stehe.

Wenn Sie Michael und Ralf Schumacher noch etwas mitgeben könnten, was würden Sie ihnen sagen?

Sie sollten nicht zu tief in die Formel-1-Welt eintauchen. Sie müssen ihren Sport als Herausforderung sehen, als das, was sie lieben – aber es gibt für sie noch etwas anderes.

Eine Botschaft speziell an Michael?

Ich glaube, der hat das längst verstanden.

Sie hatten sich eine Zeit lang auch im Modegeschäft engagiert, hatten Top-Models wie Claudia Schiffer unter Vertrag …

Da mache ich gar nichts mehr. Nur einen kleinen Ausrutscher habe ich mir jetzt erlaubt mit einem noch unbekannten Tenor, Michael Kleitmann. Ich bin davon überzeugt, dass er der nächste Pavarotti werden kann.

Rein theoretisch, wen der jungen Fahrer hätten Sie gern noch unter Vertrag?

Keinen. Einen Michael Schumacher zu toppen, das geht einfach nicht.

Das heißt, Sie wollen nach den Schumachers keinen anderen Piloten mehr managen?

Nein. Ich bin mit den Schumachers gekommen und höre mit den Schumachers auf.

Das Gespräch führte Karin Sturm.

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