Sport : Ich freu mich drauf

Bundestrainer Klinsmann nominiert die Spieler, die im Juni den Konföderationenpokal gewinnen sollen

Hartmut Scherzer[Frankfurt am Main]

Es gab Zeiten, da war die Bedeutung des Konföderationenpokals für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und seine Nationalmannschaft gleich null. Der amtierende Europameister unter Berti Vogts reiste zum Turnier 1997 in Saudi-Arabien erst gar nicht an. Die Spieler sollten ihren wohlverdienten Urlaub genießen. Zwei Jahre später in Mexiko war die Teilnahme wegen der Bewerbung Deutschlands um die WM 2006 Pflicht. Erich Ribbeck reiste mit einem bunt zusammengewürfelten Ersatzkader in die Hitze Mittelamerikas und blamierte sich: 0:4 gegen Brasilien, 0:2 gegen die USA, 2:0 gegen Neuseeland, Aus in der Vorrunde.

Die Zeiten haben sich geändert: Jetzt ist der Konförderationenpokal in Deutschland der Höhepunkt des Jahres. „Die Vorfreude ist riesengroß“, schwärmte Jürgen Klinsmanns Assistent Joachim Löw. Das Turnier sei eine „ganz wichtige Standortbestimmung“. Daher ist für Löw die Zielsetzung logisch, „jedes Spiel zu gewinnen und folglich auch das Turnier“. Ein Sieg gegen eine große Mannschaft wie Argentinien oder Brasilien würde das Selbstbewusstsein stärken.

Dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann fehlte, als in der DFB-Zentrale das Aufgebot bekannt gegeben wurde, hatte nichts mit Missachtung oder Bequemlichkeit zu tun. Nach seiner Knieoperation wäre ein Zehn-Stunden-Flug von Los Angeles nach Frankfurt für die Heilung nicht förderlich gewesen. Zum Beginn des Trainingslagers am 30. Mai in München wird der Bundestrainer vor Ort sein. Klinsmann hatte am Vortag in einer Konferenzschaltung mit Löw, Torwarttrainer Andreas Köpke und DFB-Sprecher Harald Stenger den 23 Spieler umfassenden Kader nominiert und die Richtung vorgegeben. Es fehlt Christian Wörns, doch dem Abwehrspieler wurde Schonung zugebilligt. Der Dortmunder sei, bedingt durch viele Verletzungen, „bis an die Grenze der Belastbarkeit gegangen“, sagte Löw. „Christian ist eine feste Größe.“ Auch Bremens Kapitän Frank Baumann wurde wegen einer Verletzung nicht berücksichtigt.

Für Wörns wurde überraschend Mike Hanke von Schalke 04 nominiert. Der Stürmer, der bisher das Nationaltrikot nur in der U21 trug, ist zum ersten Mal dabei. „Er wurde lange beobachtet“, sagte Löw. „Uns haben sein Selbstbewusstsein und seine Kaltschnäuzigkeit imponiert.“ Außerdem kehrt Dietmar Hamann in die Nationalmannschaft zurück. Auch Sebastian Deisler wird wieder dabei sein. Dafür fällt Philipp Lahm wegen seines Kreuzbandrisses aus.

Eines bleibt übrigens beim Alten: Die Torhüter Oliver Kahn und Jens Lehmann werden sich weiterhin abwechseln.

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