Sport : „Ich fühle mich den alten Inkas verbunden“ REINHARD MEY (63)

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Ich gehöre zu einer Generation, die das Glück hat, in den Medien gut zu altern.

Durch Vorsorge und Erkenntnisse über ein gesundes Leben ist das gefühlte Alter geringer als das, was im Ausweis steht. Allerdings gibt es noch viel zu verbessern.

Wenn ich sehe, wie gut in anderen Ländern mit alten Menschen umgegangen wird, können wir nur neidisch werden. In den USA beispielsweise sind sie viel besser in die Arbeitswelt und die Gesellschaft integriert.

Ich erinnere mich an eine fast 80-jährige Lady in einem Parfümgeschäft, die eine ungeheure Würde ausstrahlte und ihre Falten offen zeigte. Bei uns verkaufen da nur 25-Jährige. Oder an einen 70-jährigen Hotelportier, dem seine Arbeit wirklich viel Spaß machte.

Wenn ich meinen Musikverlag expandieren würde, dann würde ich nur Leute einstellen, die sich die Hörner abgestoßen und Lebenserfahrung gesammelt haben.

Dieser Schatz, der in unseren älteren Mitbürgern schlummert, wird viel zu wenig genutzt. Unternehmer sollten viel mehr dahin kommen, Leute einzustellen, die ihre wilden Jahre schon hinter sich haben.

Ich habe als Junge immer gern zugehört, wenn Ältere sich unterhielten, auch wenn sie zwischendrin mal was vergessen haben. Das war spannend, da konnte man etwas lernen. Wenn sie im Leben gut aufgepasst haben, lassen sich Ältere gut integrieren.

Den Gedanken, dass wir weniger werden, finde ich nicht so dramatisch, wie er in der Politik immer dargestellt wird.

Da fühle ich mich den alten Inkas verbunden. Die sind auch ausgestorben, aber sie haben doch wenigstens ’ne tolle Kultur hinterlassen.

Wenn man älter wird, fällt einem die Vorstellung leichter, dass sich die Welt auch ohne einen selber weiterdreht.

BERUF

Liedermacher

LEBT IN

Berlin

FAMILIE

Eine ältere Schwester,

verheiratet, drei Kinder

RENTENEINTRITT

Hoffentlich

nie

ALTERSVORSORGE

500 Lieder

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