• „Ich fühle mich mitschuldig am Abstieg“ Trainer Aleksandar Ristic über Unions Perspektiven

Sport : „Ich fühle mich mitschuldig am Abstieg“ Trainer Aleksandar Ristic über Unions Perspektiven

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Herr Ristic, haben Sie schon Angebote anderer Klubs sondiert?

Ich habe Zeit. Bislang liegt mir keine Anfrage aus der Bundesliga oder der Zweiten Liga vor. Das ist alles noch viel zu frisch.

Ihr Vertrag als Trainer des 1. FC Union endet in Kürze. Sie sind 59 Jahre alt. Bekommt man da nicht Lust, sich langsam zur Ruhe zu setzen?

Warum? Solange ich keine Probleme habe, eine Mannschaft zu erreichen, werde ich weitermachen.

Haben Sie in Ihrer Zeit bei Union die Mannschaft immer erreicht?

Ich fühle mich mitschuldig am Abstieg. Es gab eine kleine Chance, mit dieser Mannschaft den Klassenerhalt zu schaffen. Aber die Zeit war zu kurz.

Woran sind Sie gescheitert?

Es gab viele Probleme.

Welche?

Die Last für die Mannschaft war einfach zu groß. Und einige Dinge im taktischen Bereich habe ich nicht so ändern können, wie ich mir das gewünscht hätte. Die Mannschaft hat zu schnell den Faden verloren, wenn sie mal ein Gegentor gekriegt hat oder in Rückstand geraten ist. Da steht die Mannschaft ziemlich sicher in der Abwehr, und wenn ein Gegentor fällt, kehrt sofort Unsicherheit ein.

Wenn Sie keine Angebote von anderen Klubs haben, könnten Sie doch auch gleich beim 1. FC Union bleiben.

Was sollen wir miteinander reden, wenn der Verein nachher gar keine Lizenz erhält. Die Frage ist: Wer bleibt von unserer Mannschaft überhaupt übrig? Es ist ja immer leicht zu sagen: Wir bauen neu auf, hole uns ein paar junge Leute. Aber wo bekommt man die her? Alle deutschen Klubs suchen junge Leute.

Die Fragen stellte Karsten Doneck

Aleksandar Ristic (59)

ist seit 27 Jahren Trainer. Am 24. März kam er zum 1. FC Union Berlin. Doch auch der Bosnier konnte den Abstieg nicht verhindern.

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