Sport : „Ich habe bis zuletzt alles gegeben“

Füchse-Torwart Heinevetter über Magdeburg

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Silvio Heinevetter, 2 4, spielt heute um 17.45 Uhr mit den Füchsen Berlin bei seinem alten Klub SC Magdeburg. Foto: ddpddp

Herr Heinevetter, plagt Sie derzeit nicht ein etwas mulmiges Gefühl?

Warum denn, wegen der Niederlage zuletzt gegen Göppingen?

Auch, aber vor allem weil Sie mit den Füchsen am Sonntag bei Ihrem alten Verein SC Magdeburg spielen. Sie waren das Herz des Teams und Ihr Wechsel nach Berlin hat dort nicht jeden Fan erfreut.

Aber ich habe bis zuletzt alles für Magdeburg gegeben. Die Fans haben gewusst, dass ich gehe und mich trotzdem zum Spieler der Saison gewählt. Ich denke, man wird mich freundlich empfangen.

Wird es auch deshalb ein besonderes Spiel für Sie sein?

Ja, auf jeden Fall. Ich war ja seit meinem Wechsel zu den Füchsen nicht mehr dort. Mein letztes Spiel in Magdeburg und der Sieg im EHF-Cup mit dem SC Magdeburg waren für mich die emotionalsten Momente im Handball.

Was erwartet die Füchse in der Bördelandhalle in Magdeburg?

Es ist dort vor der leidenschaftlichen Kulisse für jedes Team extrem schwer zu gewinnen. Und dann ist der SC Magdeburg ein Gegner, der zwar viele Probleme hat, aber gerade deshalb als Team sehr zusammengerückt ist. Die Spieler kämpfen bis zum Umfallen.

Dann müssten Sie ja zumindest mit einem flauen Gefühl zum SCM fahren, weil Ihnen mit den Füchsen zuletzt Erfolgserlebnisse versagt blieben. Oder plagen Sie deshalb sogar Selbstzweifel?

Das nicht. Der Kampfgeist stimmt bei uns ebenfalls. Bis auf das Spiel gegen Göppingen…

…, als aus einer Fünf-Tore-Führung in den letzten Minuten in eigener Halle noch eine Niederlage wurde, …

… mussten wir gegen die anderen Teams ja nicht unbedingt gewinnen. Wir haben gegen Lemgo, Flensburg und Kiel gesehen, dass wir schon relativ nah dran sind. Uns fehlt es noch an Form und Konstanz.

War Ihre Meinung als Nationalspieler nach Göppingen besonders gefragt?

Ich bin ja auch neu bei den Füchsen, aber als einer der Führungsspieler sicherlich aufgefordert, meine Meinung zu sagen. Andererseits kann ich doch nicht groß auf den Putz hauen, dafür muss ich doch selbst erst einmal über einen längeren Zeitraum starke Leistungen zeigen.

Wie war denn die Stimmung nach diesem letzten Negativerlebnis?

Das Spiel war absolut extrem und der Ausgang für uns alle ein Schock. Dass alles in den Kopf zu bekommen, war sehr schwer.

Haben Sie das alles jetzt abgehakt?

Ganz vergessen darf man so etwas nicht. Aus dem Frust eine stärkere Aggressivität vor dem nächsten Spiel zu entwickeln, darauf kommt es jetzt an.

An Ihnen und Petr Stochl, mit dem Sie sich im Tor abwechseln, liegt es aber nicht, dass die Füchse mit 2:6 Punkten den Anschluss zum Bundesliga-Mittelfeld verloren haben.

Okay, aber diese Einschätzung nutzt uns wenig. Wir sind ein Team, und auch wir beide müssen hinter der Deckung das Team antreiben, nicht nur Bälle halten.

Und wenn der Erfolg in Magdeburg ebenfalls ausbleibt, müssen sich die Füchse dann von ihrem ehrgeizigen Ziel Europacup verabschieden?

Ich denke nicht an eine Niederlage, ich denke aber auch nicht an den Europacup. Letzteres Ziel ist irgendwann einmal zu Saisonbeginn formuliert worden und dann ist der Stein ins Rollen gekommen. Jetzt müssen wir realistisch sein, uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln, und dann werden wir sehen, was rauskommt.

Die Fragen stellte Hartmut Moheit.

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