Sport : „Ich kann abhaken“

Konrad Wilczynski verlässt die Füchse und spricht über seine Trainer, Berlin und einen Schlagerhit

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Konrad Wilczynski, 29, verlässt nach fünf Jahren die Füchse. Foto: Mike Wolff
Konrad Wilczynski, 29, verlässt nach fünf Jahren die Füchse. Foto: Mike Wolff

Er ist eines der Gesichter der Füchse seit ihrem Neustart vor fünfeinhalb Jahren. Vor dem Spiel gegen die HSG Wetzlar (16 Uhr, Max Schmeling-Halle, live bei Sport 1) wird Konrad Wilczynski gemeinsam mit Michal Kubisztal aus Polen, dem Norweger Stian Vatne, dem mittlerweile in Schwerin spielenden Martin Murawski und Sebastian Roemling aus der zweiten Mannschaft verabschiedet. Bevor der 29 Jahre alte Publikumsliebling von den Fans beim letzten Saison-Heimspiel in der Schmeling-Halle noch einmal so richtig bejubelt wird, gibt er über ein paar wesentliche Stichpunkte seiner Zeit in Berlin und über seine Zukunft Auskunft. Der Linksaußen aus Österreich sagt ...

... zum „Anton aus Tirol“: „Den Song kann ich nicht mehr hören. Er wurde ja nach jedem meiner Heimspieltore gespielt, hat mich fünf Jahre lang begleitet. Mal abgesehen davon, dass ich ja kein Tiroler bin, war das aber auch immer eine schöne Geste, die auch zur guten Stimmung bei den Füchsen beigetragen hat.“

... zum Torjägerpokal: „Auf die 237 Tore in der Saison 2007/2008 bin ich sehr stolz. Bundesliga-Torschützenkönig geworden zu sein ist schon etwas Besonderes, was in den Statistiken auch in vielen Jahren noch auftauchen wird.“

... zum „Gesicht der Füchse“: „Das war immer eine besondere Ehre für mich, in diesen Zusammenhang gebracht zu werden. Für mich ist es wichtig, nicht nur ein Profi für 60 Minuten zu sein, sondern auch für den Verein darüber hinaus.“

... zur Champions League: „Für mich war es immer ein Ziel, mal in diesem Europacup zu spielen. Ich drücke den Füchsen jetzt natürlich die Daumen, für eine Großstadt wie Berlin ist dieser Wettbewerb sehr interessant. Ich selbst bin ein Mensch, der abhaken kann, auch in dieser Frage. Ich bin jetzt frei für neue Aufgaben.“

... zu Bob Hanning: „Was er mit den Füchsen aufgebaut hat, ist phänomenal. Ich hoffe, dass mir eine Menge davon auch in Wien gelingt, wo ich zukünftig als Spieler und auch als geschäftsführender Manager tätig sein werde. Zu Bob werde ich auch weiterhin engen Kontakt halten.“

... über die Füchse-Trainer Jörn-Uwe Lommel und Dagur Sigurdsson: „Ersterer hat sich besondere Verdienste mit dem Aufstieg erworben, Dagur hat uns mit seiner sensiblen Arbeit in den Europacup gebracht. Eigentlich ging es mit beiden Trainern immer nur nach oben – mal langsamer, mal schneller.“

... zu Ivan Nincevic: „Ein großer Handballer auf meiner Position. Es war okay, dass der Trainer sich letztlich eher für ihn entschieden hat. Er kann nichts dafür, dass ich deswegen zuletzt nur noch sehr wenig spielen durfte. Das ist Profisport, ich werde dieser Zeit nicht nachtrauern.“

... über die konventionelle Heilung: „Ich würde das immer wieder so machen. Na klar, meine Handverletzung hatte mich entscheidend zurückgeworfen, aber dennoch war es richtig, auf eine schnelle Operation zu verzichten.“

... über Berlin: „Es war sehr lehrreich für mich, in dieser tollen Stadt zu leben. Ich werde immer gern zurückkommen.“

... über den Handball in Österreich: „Erst kommt bei uns der Skisport, dann kommt lange nichts. Dann kommt Fußball, wieder kommt lange nichts. Dann folgt der Handball, der mit der EM 2010 viel Aufschwung bekommen hat. In der EM-Qualifikation gegen Deutschland rechnen wir uns gute Chancen aus.“

... über Wien: „Eine geile Stadt. Ich freue mich sehr auf die Rückkehr. Derzeit ist mein zukünftiges Team zwar nur Achter, aber die Jugendarbeit läuft dort sehr gut – wie in Berlin – auch.“

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