Sport : „Ich kann noch besser werden als 2002“

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Herr Kahn, nach sieben Spielen hat die Nationalmannschaft wieder zu null gespielt. Sonst hätte sie den Negativrekord aus dem Jahr 1928 eingestellt.

Das war mir völlig scheißegal. Es geht uns nicht um irgendwelche Rekorde oder Statistiken. Wir schauen, dass wir weiterkommen, und dafür war es wichtig, dass wir kein Tor kassiert haben.

Das war auch das einzig Positive.

Ich sehe das nicht so skeptisch. Die Chinesen waren von der ersten Minute nur darauf aus, ein 0:0 zu erreichen. Wir haben uns schwer getan. Aber unter dem Strich war es einfach mal nötig, endlich stabil zu stehen. Wir haben zuletzt zu viele Gegentore kassiert. Das nimmt jeden mit, der in der Defensive spielt.

Wie wichtig war es für Sie, dass Sie Ihrem Team den Sieg sichern konnten?

Von außen wird ein Torhüter sicher besser bewertet, wenn er kein Tor kassiert. Meine persönliche Entwicklung ist mir aber wichtiger. Mein Ziel ist, die Form von der WM 2002 wieder zu erreichen. Ich spüre, dass das möglich ist. Vielleicht kann ich sie sogar noch toppen.

Für Sie ist das Länderspieljahr beendet. In Paris steht Jens Lehmann im Tor.

Nach diesen zehn Tagen muss ich sagen: Das ist schon sehr schade. Wenn man gesehen hat, was sich in der Mannschaft entwickelt, wie die Jungs ticken, wie sie unter Druck reagieren…

Sie könnten Jürgen Klinsmann darum bitten, Sie mit nach Paris zu nehmen?

Nee, man muss die Situation, wie Jürgen sie geschaffen hat, akzeptieren. Ich werde in Frankreich nicht dabei sein.

— Aufgezeichnet von Stefan Hermanns.

Oliver Kahn, 36,

steht seit 1995 bei der Nationalelf im Tor. Bei der WM 2002 hatte er maßgeblichen Anteil am Erreichen des Endspiels.

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