Sport : Ich krieg Ball, bumm, Tor

Ron Ulrich

Wo ist Pucki? Das fragte schon Olli Dittrich Mitte der Neunziger. Seit den letzten Wochen wissen wir: Pucki aka Pukki spielt als Allan Simonsen-Double bei HJK Helsinki – dem Team, das man in Gelsenkirchen nach der Auslosung als „Freilos“ oder als „Kirmestruppe“ verschmäht hatte.

Doch sowohl der dreifache Torschütze Teemo Pukki als auch HJK waren ein aufmüpfiger Underdog wie weiland der SV Pasching im UI-Cup. Damals entspannte Schalkes Manager Rudi Assauer mit den Fans bei Arschbomben und Sahneeis im neben dem Paschinger Stadion befindlichen Freibad. „Pasching – unsere Rutsche nach Europa“, schrieben die Fans auf Plakaten. Assauer wusste wieder nicht, wann der Spaß aufhört, und holte Paschings Edi Glieder statt Fernando Morientes zum FC Schalke. Was wiederum die Fans zum doppeldeutigen Gesang animierte: „Wir haben Glieder – und ihr nicht.“

Folgerichtig wird also nun Pukki an den Schalker Markt wechseln und sich in die Tradition einreihen von Europacup-Helden wie Marc Wilmots. „Willi“ grub 1997 beim Gewinn des Uefa-Cups nicht nur die Spielfelder von Kerkrade bis Mailand um, er servierte auch die treffendsten Analysen: „Ich krieg Ball, bumm, Tor.“ Wenn Pukki als Neu-Schalker da mithalten kann, dann wird es eine große Europapokalsaison für Schalke.

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