• „Ich war von Toren besessen“ Dieter Müller über seine Marke von 34 Toren in einer Saison

Sport : „Ich war von Toren besessen“ Dieter Müller über seine Marke von 34 Toren in einer Saison

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DIETER MÜLLER (49)

schoss 1977 letztmals für einen Stürmer mehr als 30 Tore in einer Saison. Gegen Bremen erzielte er damals gleich sechs Tore in einem Spiel – Rekord bis heute.

Foto: Imago

War das Toreschießen früher einfacher?

Sicher war es einfacher. Das Spiel heute ist viel schneller und athletischer. Aber ich bin mir sicher, dass Torjäger wie Gerd Müller, Klaus Fischer oder auch ich immer noch viele Tore schießen würden.

Auch mehr als 30 Tore in einer Saison?

Das ist schwer zu sagen. Dazu braucht ein Stürmer auch eine starke Mannschaft.

Sie sind der vorerst letzte Angreifer, dem mehr als 30 Tore in einer Saison gelungen sind, es waren 1977 exakt 34. Was hat Sie damals so stark gemacht?

Ich hatte eine wahnsinnige Besessenheit, Tore zu machen. Ich war kopfballstark und beidfüßig. Und dann haben wir beim FC auch sehr offensiv gespielt. Mit Hennes Löhr etwa hatte ich einen genialen Vorbereiter.

Weshalb, glauben Sie, hat es so lange gedauert, bis mal wieder ein Stürmer wie Ailton an der magischen 30er-Marke kratzt?

Natürlich sind die Torleute und Abwehrspieler besser geworden. Aber es gibt im Fußball in den einzelnen Ländern immer wieder Generationen, die gut sind. Das sieht man derzeit bei den Franzosen. Damals hatten wir in Deutschland eine so starke Generation.

Was zeichnet Ailton Ihrer Meinung nach aus?

Auch er ist beidfüßig, hat eine super Schusstechnik und ist sehr schnell. Außerdem hat er derzeit das nötige Selbstvertrauen. Deshalb ist er so abgezockt vor dem Tor.

Und deshalb kann er den Sprung in den Klub der 30er-Torschützen schaffen?

Ja, das denke ich. Er hat auch die Mannschaft, die ein Stürmer dazu braucht.

Werder Bremen. Ein Verein, an den Sie besonders gute Erinnerungen haben …

Ja, das stimmt. Beim 7:2-Sieg 1977 habe ich sechs Tore in einem Spiel geschossen.

Das ist bis heute Rekord. Ein Rekord für die Ewigkeit?

Er hält schon sehr lange. Aber für die Ewigkeit? Sicher nicht. Ich hätte in dem Spiel übrigens auch acht Tore erzielen können. Wir hatten sehr viele gute Standardsituationen.

Haben Sie für die heutige Stürmergeneration ein paar Tipps?

Wir haben damals auch Krisen gehabt und sieben oder acht Spiele nicht getroffen. Du musst immer weiter arbeiten und trainieren. Ich habe mir damals oft den Hannes Löhr zur Seite genommen, und wir haben zusammen noch zusätzlich Flanken geübt.

Das Interview führte Jürgen Bröker.

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