Sport : "Ich werde jeden Tag da sein"

Herr Weiner[Sie wollen die Berliner Fußball]

Hans Weiner (50) bestritt von 1972 an 218 Bundesligaspiele für Hertha BSC, spielte später beim FC Bayern München und in Chicago.

Herr Weiner, Sie wollen die Berliner Fußballkneipe "Holst am Zoo" übernehmen. Haben Sie Langeweile?

Ich finde das nicht ungewöhnlich. Schließlich führe ich ein Hotel und bin gelernter Koch. Wolfgang Holst gibt das Lokal altersbedingt auf. Für ihn war klar, dass der legendäre Laden in Fußballer-Hand bleiben sollte. Die Idee, mich zu fragen, hatte Horst Wolter, der Ex-Hertha-Torwart.

Sind Sie Stammgast?

Nicht unbedingt, aber das "Holst am Zoo" ist für jeden Herthaner mit Erinnerungen verbunden. Als Hertha vor drei Jahren in die Champions League kam, traf sich die komplette Mannschaft von 1975 in Berlin. Horst Wolter, Luggi Müller, Uwe Kliemann, Wolfgang Sidka - alle kamen zum letzten Saisonspiel. Nach dem Spiel haben wir bei "Holst am Zoo" gesessen, dann haben alle in meinem Hotel Garni übernachtet.

Bleibt in der Kneipe alles beim Alten?

Der Laden muss gründlich renoviert werden, aber der Charakter wird der alte bleiben. Auf jeden Fall werde ich jeden Tag da sein, auch Wolfgang Holst wird sich bestimmt oft blicken lassen.

Aus alter Verbundenheit ...

Wolfgang Holst hat mich vor dreißig Jahren als Hertha-Manager in die Mannschaft geholt. Ich habe vorher bei Tennis Borussia gespielt. Wolfgang Gruner, der damals im Vorstand bei TeBe saß, hat mich noch gewarnt: "Du kannst überall hingehen, nur nicht zu Hertha." Er hat mir aber später verziehen.

Vereinswechsel sind auch in heutigen Zeiten oft noch problematisch. Zuletzt haben die Hertha-Fans Sebastian Deisler ausgepfiffen, weil er nach München geht. Wie denken Sie darüber?

Das ist typisch für die Berliner: Entweder sie mögen ihn oder sie hassen ihn, dazwischen gibt es nichts. Aber da muss Sebastian Deisler durch, wenn er einmal ein Großer werden will.

Schlagzeilen machen derzeit auch andere Hertha-Spieler. Alex Alves ist wieder mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren, nun muss er eine saftige Strafe zahlen.

Alves ist unter dem neuen Trainer regelrecht aufgeblüht, der findet offenbar die richtigen Worte für ihn. Vielleicht ist das mentalitätsbedingt: Wenn ein Südamerikaner gut drauf ist, dann macht der auch mal solche Sachen. Aber da darf er sich natürlich nicht erwischen lassen.

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