Sport : "Illbruck" entwischt einer Windhose

Kai Müller

Für die neuseeländischen Segler des Volvo Ocean Race (VO) war es in jedem Fall eine triumphale Ankunft, als gestern die dritte Etappe in der Hauptstadt ihrer Heimat zuende ging. Auf jedem der acht Weltumsegler schuftet mindestens ein Neuseländer - auch auf der schwedischen "Assa Abloy", die die Ziellinie in Auckland nach 2050 Seemeilen als Sieger überquerte. Sie hatte zuvor beim Sydney-Hobart-Race bereits "Line Honours" errungen. Skipper Neal McDonald gelang damit erstmals, das Geschwindigkeitspotenzial seines hoch gelobten Bootes auszuschöpfen. Nach zwei enttäuschenden Platzierungen, denen taktische Fehlentscheidungen vorausgegangen waren, segelte sich die frustrierte Crew jetzt auf den vierten Rang der Gesamtwertung (15 Punkte).

Die dritte von insgesamt neun Etappen der im Juni in Kiel endenden Weltumsegelung stand erneut im Zeichen technischer Probleme. So musste die "SEB" nach einem Ruderbruch aufgeben, die Frauen-Crew auf "Amer Sports Too" wurde ebenfalls durch einen Ruderschaden weit zurückgeworfen. Die deutsche "Illbruck" führte derweil das Teilnehmerfeld auf den 630 Seemeilen nach Tasmanien an und wurde dabei beinahe von einer Windhose erwischt, die sich wie aus dem Nichts aus einer Gewitterwolke aufs Wasser schraubte. Später büßte die "Illbruck" ihre knappe Führung in einer Flaute ein und erreichte Hobart als Vorletzter.

Nach einem "Boxenstop" setzten die 18-Meter-Boote der VO-Klasse ihren Trip allein fort. Während die meisten mit einer konservativen Strategie im Süden Wind zu finden hofften, setzte sich die "Assa Abloy" mutig nach Norden ab, nur gefolgt von "Amer Sports One", die sich auf den zweiten Rang (18 Punkte) verbessert. Die "Illbruck" behauptet ihre Führung im Gesamtklassement. 100 Meilen vor dem Etappenziel lieferte sich die Crew um John Kostecki einen erbitterten Zweikampf mit den neuseeländischen Lokalmatadoren der "News Corporation" um einen Podiumsplatz in Auckland.

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