Sport : Im Angriff spektakulär

Alba Berlin trumpft auch gegen Tübingen in der Offensive auf – die Abwehr muss sich noch steigern

Helen Ruwald

Berlin - Wirklich glücklich war Julius Jenkins nicht. Er hatte 29 Punkte gemacht, elf von 13 Feldwürfen getroffen, war Spieler des Tages in der Max-Schmeling-Halle – und doch moserte er. „Wegen unserer Verteidigung bin ich nicht ganz zufrieden“, sagte er nach dem 91:86 (36:49) gegen die Walter Tigers Tübingen, den Tabellenvierzehnten der Basketball-Bundesliga (BBL). Mindestens 20 Punkte durfte der Gegner in jedem Viertel machen, 25 gar im letzten Spielabschnitt. Den Berlinern gelangen zwar im selben Zeitraum 30 teils spektakuläre Zähler, sie ließen den Tübingern aber zu viel Platz für Körbe. Patrick Sparks (25) und Rasko Katic (19) waren von den Alba-Profis nicht zu stoppen, die nicht entschieden genug verteidigten.

Der Knackpunkt seien die Rebounds, sagte Trainer Luka Pavicevic, „wir sollten dieses Problem, das wir schon in den letzten Spielen hatten, schnell lösen.“ Auch gegen Ludwigsburg und im Uleb-Cup bei Guildford Heat hatte Alba erst in der Schlussphase mit Mühe gewonnen. Gegen Ludwigsburg verlor Alba das Rebound-Duell mit 25:36, in Guildford und gegen Tübingen gewann der hohe Favorit aus Berlin es knapp. „Am Ende hat Alba uns den Schneid abgekauft“, sagte Tübingens Trainer Rainer Kloss.

Im letzten Viertel drehte Alba zur Begeisterung der Fans auf, gewann statt mit der Pflicht mit der Kür. Nicht die starke Defensive sicherte den Gastgebern den Sieg sondern spektakuläre Schnellangriffe, die Julius Jenkins zweimal per Alley-Oop abschloss. Der mit 1,87 Meter kleinste Alba-Spieler fing bei seinen Flugeinlagen den Ball in der Luft und ließ ihn von oben in den Korb krachen. Schon im dritten Spielabschnitt hatte er einen Alley-Oop von Dijon Thompson (16 Punkte, neun Rebounds) vorbereitet. „Solche Körbe geben uns und den Zuschauern mehr Energie. Wir lieben es, so zu spielen“, sagte Jenkins. Der Trainer habe nichts gegen diese Spielweise, so lange der Ball im Korb lande. Pavicevic sagte denn auch scherzend, dass der Abschluss mit Alley-Oop natürlich geplant gewesen sei. Doch er wurde schnell wieder ernst und kam auf die Rebounds zurück.

„Wenn wir die Rebounds holen, haben wir mit unser individuellen Qualität eine gute Chance auf Fastbreaks“, auf schnelle Gegenangriffe also, bei denen es so aussieht, als habe Alba ein paar Spieler mehr auf dem Feld. Das Problem, so Pavicevic sei es, sich die Rebounds überhaupt erst zu sichern. Ob die Punkte dann mit harmlosen, aber sicheren Korblegern oder Alley-Oops gemacht werden, dürfte dem Coach letztlich egal sein. Am Dienstag im vorentscheidenden Uleb-Cup- Spiel gegen Turk Telekom Ankara (19.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) zählt ohnehin nur eins: eine solide Verteidigung. Artistische Einlagen wird das Topteam aus der Türkei, der Gruppezweite, kaum zulassen.

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