Sport : Im Aufwind

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Es wird nie wieder so gut, wie es früher war – der Leitspruch der Nostalgiker gilt auch für die Fernsehquote des Skispringens in Deutschland. 14,89 Millionen Zuschauer saßen 2002 vor dem Fernseher, als Sven Hannawald in Bischofshofen den vierten Sieg im vierten Springen der Vierschanzentournee holte. Die Zuschauerzahl, die sogar so manches Fußballländerspiel in den Schatten stellt, ist seither im Skispringen nicht annähernd erreicht worden. Genauso wie Sven Hannawalds Vierfachtriumph. Es wird zwar nie wieder so gut wie früher – aber es wird wieder gut.

5,67 Millionen Fernsehzuschauer haben das Auftaktspringen von Oberstdorf gesehen, im Vorjahr hatten sich nur 4,31 Millionen dafür begeistern können. Das Neujahrsspringen von Garmisch-Partenkirchen war mit 20 500 Zuschauern an der Schanze erstmals seit 2002 wieder ausverkauft. Auch wenn in Garmisch-Partenkirchen diesmal ein Spitzenergebnis für einen deutschen Springer ausgeblieben ist, ändert das nichts an dem Gesamtdreiklang dieser Saison: Die deutschen Skispringer feiern wieder Erfolge, die Zuschauer interessieren sich wieder, und die Vierschanzentournee lebt wieder auf.

Zuletzt haben die vier Springen von Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen vor allem von ihrer Tradition gezehrt. Nun aber mobilisiert die Rückkehr der deutschen Springer in die Weltspitze auch die Sponsoren. Die Vermarktungsagentur der Vierschanzentournee musste im Dezember sogar einige Anfragen von Geldgebern abweisen. Gratulieren muss man dagegen den zwei Hauptsponsoren, die im Sommer erstmals einen Vertrag mit der Vierschanzentournee unterschrieben haben. Denn es stehen marktwirtschaftlich interessante Jahre bevor. Nach den Rücktritten von Magdalena Neuner und Michael Greis kann das Skispringen sogar versuchen, dem Biathlon den Titel als Deutschlands Wintersportart Nummer eins wieder streitig zu machen.

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