Sport : Im Biathlon angekommen

Miriam Gössner überrascht in Östersund

Östersund - Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle hat die Ergebnisse aus Östersund als fairer Verlierer zu Kenntnis genommen. Er schrieb Miriam Gössner eine Glückwunsch-SMS und sagte: „Ich habe mich wirklich für sie gefreut, sie wollte sich im Biathlon durchsetzen, und nun hat sie gezeigt, dass sie auch schießen kann, das verdient Hochachtung.“ Für seine Sportart allerdings dürfte die 20 Jahre alte Langlauf-Silbermedaillengewinnerin von Vancouver für längere Zeit verloren sein, Miriam Gössner hat sich vorerst für das Biathlon entschieden.

Die Garmisch-Partenkirchenerin stürmte in den Weltcup-Rennen von Östersund zweimal auf den zweiten Platz. „Es ist wieder sehr gut gelaufen“, sagte Gössner nach ihrem zweiten zweiten Platz im Biathlon-Weltcup in Folge. Schneller war auch im Verfolgungsrennen nur die Finnin Kaisa Mäkäräinen, die schon im Sprint gewonnen hatte.

„Das war wirklich stark von ihr“, sagte Magdalena Neuner, die wegen eines Infektes hatte absagen müssen, in dieser Woche in Hochfilzen aber wieder zum Team stoßen soll. „Für mich kam das nicht sonderlich überraschend. Ich sehe ja, wie sie im Training schießt, sie kann es“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin. Nach ihrem fehlerfreien Schießen im Sprint leistete sich Gössner im Jagdrennen über zehn Kilometer zwar drei Fehlschüsse. Mit ihrer Laufstärke hielt sie die Konkurrentinnen auf der Schlussrunde aber auf Distanz. „Ich denke, sie hat heute eindrucksvoll bewiesen, wohin ihre Entwicklung geht“, sagte Disziplin-Trainer Gerald Hönig. Es hatte schließlich Diskussionen gegeben, ob sie sich auf Biathlon oder auf Langlauf konzentrieren soll.

Auf Biathlon, lautet jetzt wohl die Antwort. Bereits jetzt ist sie für die Biathlon-WM in Chanty-Mansijsk qualifiziert. Sie selber geht gelassen mit dem Thema um. „Ich mache mir jetzt keinen Druck“, sagte Miriam Gössner, „Biathlon ist Biathlon, da kann es auch ganz schnell wieder schlechter laufen.“ Tsp/dpa

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