Sport : Im Eiltempo weiter

Vier Spiele, vier Siege: Durch das 3:2 in Düsseldorf stehen die Eisbären bereits im Play-off-Halbfinale

Claus Vetter

Düsseldorf. Im Eisstadion an der Brehmstraße herrschte überwiegend gedrückte Stimmung. Wer will es verdenken, schließlich ist der Düsseldorfer Eishockey-Fan aus der Vergangenheit Großes und vor allem Meistertitel gewohnt. Doch die DEG wird zumindest in diesem Jahr um keinen Titel mehr mitspielen. Das wiederum fand eine kleine Minderheit unter den Zuschauern in der betagten Düsseldorfer Arena gestern gar nicht so schlecht. Rund 200 Fans der Berliner Eisbären feierten ihr Team von der ersten bis zur letzten Spielminute mit Dauer-Sprechchören. Nicht zu Unrecht: Schließlich zogen die Berliner gestern mit einem 3:2 (1:0, 2:1, 0:1)-Erfolg in das Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft ein. Die nach dem Modus „Best of seven“ gespielte Serie beendeten die Berliner somit tadellos mit vier Siegen in vier Spielen, Düsseldorf ist damit ausgeschieden.

Schon vor dem Spiel hatte das Personal der Berliner zu verstehen gegeben, dass keiner daran interessiert war, die Serie gegen die Düsseldorf unnötig zu verlängern. Stürmer Yvon Corriveau etwa hatte für den heutigen Mittwoch schon ein paar Stunden auf dem Golfplatz gebucht. Und Corriveaus Mannschaftskollege Steve Walker sprach zwar davon, „dass so ein entscheidendes Spiel in einer Serie schwierig sein kann.“ Er sagte aber auch: „Ich bin davon überzeugt, dass wir das schaffen.“

Ihr Nahziel haben die Eisbären dann auch erreicht, am Ende in überzeugender Manier, nachdem sie sich in den ersten beiden Spielen gegen die DEG (5:3 und 4:3 nach Verlängerung) noch quälen mussten. Allerdings hatte sich bereits am Sonntag, beim 3:0-Heimsieg der Eisbären gezeigt, dass die Moral des Gegners gebrochen war.

Auch gestern begannen die Düsseldorfer übernervös, bereits nach wenigen Minuten hatte Sven Felski nach guter Vorarbeit von Alexander Barta das 1:0 für die Eisbären erzielt. Schon zu diesem Zeitpunkt hätten die Berliner höher führen können, doch sie gingen mit ihren Chancen zu fahrlässig um, allen voran David Roberts und Denis Pederson. So kamen die Berliner dann nach einem Foul von Keith Aldridge und einer Undiszipliniertheit von Corriveau im zweiten Drittel in Not: Düsseldorf nutzte die 5:3-Überzahl zum Ausgleich durch Jakobsen.

Es spricht für die Eisbären und vor allem für Verteidiger Aldridge, dass sie diese trübe Phase schnell vergessen ließen: Kurz nach dem Düsseldorfer Tor erzielte Aldridge bei Berliner Überzahl das 2:1, wenig später gelang Steve Walker nach einem Konter in Unterzahl das dritte Tor für die Eisbären. Damit schien nach der Hälfte der Spielzeit schon alles entschieden zu sein. So sahen es wohl auch die Düsseldorfer Fans, die fortan die Helden aus besseren Düsseldorfer Zeiten feierten – wie zum Beispiel ihren einstigen Starstürmer Chris Valentine.

Doch die Berliner ließen es im letzten Drittel allzu locker angehen. Ein Schuss von Marcus Thuresson fand den Weg ins Berliner Tor. 13 Minuten vor Schluss war ein Ein-Tore-Vorsprung kein beruhigendes Polster für die Eisbären. Es kam noch einmal Stimmung auf. Selbst der Stadionsprecher feuerte die eigene Mannschaft an, indem er „Weiter, weiter" ins Mikrophon brüllte. Die Eisbären hatten bange Momente zu überstehen, als Kelly Fairchild auf der Strafbank saß, gelang Düsseldorf fast der Ausgleich. Mit viel Glück retteten die Eisbären den Vorsprung über die Zeit – und haben als bisher einziges Team in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) das Halbfinale erreicht.

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