Sport : Im Endspiel gescheitert

Nach einem 1:2 gegen Holland sind die deutschen Hockey-Frauen EM-Zweite

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Dublin Die Hoffnungen der deutschen Hockey-Spielerinnen auf den Gewinn des ersten Feld-Europameistertitels blieben unerfüllt. Im Endspiel der siebten EM in Dublin unterlag die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise am Samstag Titelverteidiger Niederlande verdient mit 1:2 (1:2). Es ist bereits der sechste Europameistertitel für das Oranje-Team, das seiner Favoritenrolle gerecht wurde und sich damit für die bittere Niederlage im Olympia-Finale von Athen 2004 revanchierte.

Der deutschen Mannschaft bleibt als Trost, dass sie dank der Final-Teilnahme immerhin die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2006 in Madrid geschafft hat. „Wir können mit dem, was wir hier erreicht haben, sehr zufrieden sein“, sagte Bundestrainer Weise, der seinen unglücklichen Spielerinnen nach der Schlusssirene sofort Trost spendete. „Wir hätten die Holländerinnen gerne noch einmal wie in Athen geärgert, aber mehr war für uns heute einfach nicht drin“, bekannte Spielführerin Marion Rodewald: „Insgesamt war es für uns ein gutes EM-Turnier.“

Das Match begann für die deutsche Mannschaft mit einem doppelten Schock. Gleich mit dem ersten sehenswerten Angriff gelang dem hochmotivierten Favoriten die Führung. Nach einem schönen Alleingang, bei dem sie Gegenspielerin Svenja Schuermann schlecht aussehen ließ, traf Ellen Hoog in der siebten Spielminute. Nur drei Minuten später legte Mannschaftsführerin Minke Booij nach der ersten Strafecke den zweiten Treffer nach.

Die in diesem Turnier bislang so starke deutsche Defensive kam von einer Verlegenheit in die andere und musste froh sein, dass Torfrau Yvonne Frank gegen die frei vor ihr auftauchende Kim Lammers in der 15. Minute das 0:3 verhinderte.

Erst allmählich spielte sich der EM-Dritte von Barcelona 2003 frei. Dabei bewährte sich Weises Umstellung, Spielmacherin Fanny Rinne nunmehr aus der Defensive spielen zu lassen. Und wieder einmal führte eine Standardsituation zum Erfolg: Natascha Keller traf in der 23. Minute per Strafecke zum Anschluss noch vor der Pause. Es war das erste Gegentor für die Niederländerinnen bei dieser Europameisterschaft.

Nach dem Wechsel verstärkten die Deutschen zwar ihre Angriffsbemühungen. Doch das Offensivspiel blieb gegen die cleveren Favoritinnen, die vor allem im Mittelfeld klare Vorteile hatten und auf Konter lauerten, nur wenig produktiv. Da aber auch der Gegner nicht zum Abschluss kam, blieb die Partie spannend. Als dann Kerstin Hoyer in der Schlussphase eine umstrittene Fünf-Minuten- Strafe kassierte, schien der Widerstand der deutschen Mannschaft endgültig gebrochen. Anke Kühn bot sich in letzter Minute trotz allem noch einmal die Ausgleichschance. Doch sie traf den Ball nicht richtig. dpa

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