Sport : Im falschen Film

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Benedikt Voigt erklärt, warum

Stefan Effenberg in Wolfsburg scheiterte

Als Stefan Effenberg im Sommer das Drehbuch für „Der Aufstieg des VfL Wolfsburg“ in den Händen hielt, gefiel ihm der Stoff. Autor Peter Pander hatte ihm die Heldenrolle zugedacht und viel Geld versprochen. Effenbergs Einsatz sollte sich auf Kurzauftritte beschränken, wie er es von der vorhergehenden Rolle in „Bayerns Bohème“ gewohnt war. Ansonsten sollte er dem Film seinen Namen leihen, damit dieser einmal in den großen Kinosälen laufe. Effenberg fragte seine Freundin Claudia Strunz, die er beim BohèmeFilm kennen gelernt hatte – und sagte zu.

Die ersten Drehtage verliefen reibungslos. Zwar war die Location nicht so glamourös wie gewohnt, doch Effenberg löste das Problem, indem er nach Hamburg zog. Alle waren zufrieden. Seine Kurzauftritte bewältigte er routiniert; Publikum, Presse und Fernsehen begannen, sich für das Projekt zu interessieren. Die Schwierigkeiten starteten erst, als Miroslav Karhan intrigierte, dem versehentlich auch die Hauptrolle versprochen worden war. Hinzu kam, dass die örtliche Polizei von dem Film nicht informiert war. Als sie ihn wegen einer Geschwindigkeitsübertretung aufhielt, versuchte Effenberg sie aufzuklären: Wir machen hier ein ganz großes Ding. Doch die Polizisten zeigten ihn an, weil er die Beamten nicht nur informiert, sondern auch beschimpft hatte. Als der Produzent schließlich den Regisseur austauschte und dieser den Star auf die Waage stellte, um dessen Einsatzfähigkeit zu überprüfen, hatte Effenberg genug. „Ich bin im falschen Film“, sagte er – und ging.

Nun sitzt Stefan Effenberg in Florida und denkt über sein Karriereende nach. Aus Österreich und der Schweiz erhielt er Angebote, sogar in Katar soll man sich für ihn interessieren. Allerdings läuft dort im Moment ein ganz anderer falscher Film.

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