Sport : „Im Februar kommen die Bagger“

Organisator Schmidt über Südafrika und die WM 2010

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Organisator Schmidt über Südafrika und die WM 2010 Hamburg - Trotz aller Bedenken ist Horst R. Schmidt zuversichtlich, dass die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika „zu einem Erfolg“ wird. Das Land habe sich im Bereich „Regierung und Organisationskomitee hervorragend aufgestellt“, sagt der deutsche WM-Organisator. 2007 werde für Südafrika zu einem „ganz wichtigen Umsetzungsjahr“. Die Regierung sei ein „Garant für die Umsetzung“ der Pläne.

Der 65 Jahre alte Schmidt ist vom Weltverband Fifa im Oktober zum Berater der Südafrika-WM ernannt worden. Neun Weltmeisterschaften hat Schmidt bisher mitorganisiert. Abteilungsleiter bei der WM 1974 in Deutschland war er und saß im Organisationskomitee der WM 2006. Seine zehnte Mission, die Vorbereitung auf die WM in Südafrika, wird vielleicht die schwierigste werden. Zumindest verbal hat er die neue Rolle als Fifa-Beauftragter der nächsten WM bereits angenommen. „Bitte, bitte nicht über Alternativvorschläge nachdenken. Es lohnt sich nicht“, sagt der 65 Jahre alte Aschaffenburger. „Die WM 2010 wird zu einem afrikanischen Erfolg.“

Doch selbst Fifa-Chef Joseph Blatter, der Pate der WM-Premiere auf dem afrikanischen Kontinent, zeigte jüngst Ungeduld: „Sie haben Pläne, Geld und bereits Entscheidungen getroffen, aber ich habe dort noch niemanden mit Spitzhacke und Spaten gesehen.“ Nun soll es Schmidt richten helfen. Seit Oktober ist er eine Art Fifa-Supervisor mit regelmäßigen Aufenthalten in Johannesburg. Der Vizepräsident des deutschen Organisationskomitees, bis zum November 2007 auch Generalsekretär beim Deutschen Fußball-Bund, sagt zu seiner Rolle: „Berater trifft es am ehesten.“ Er bleibe lediglich „in der Nähe der Projekte“. Wie delikat Schmidts sportpolitische Aufgabe ist, zeigt ein Entschuldigungsbrief von Franz Beckenbauer. „Es tut mit leid, dass meine Aussagen falsch dargestellt worden sind. Ich werde alles mir Mögliche tun, um die WM 2010 zu unterstützen“, schrieb der deutsche OK-Präsident vor zwei Monaten nach Johannesburg. Beckenbauers Kritik am schleppenden Vorbereitungstempo war in Südafrika auf Unverständnis gestoßen.

„Ich bin gut aufgenommen worden, ich werde mit großem Respekt behandelt“, sagt Schmidt. Im Januar, Februar kämen auf allen WM-Schauplätzen die Bagger, die Regierung unterstütze die Projekte in ausreichendem Maße. 1,6 Milliarden Euro hat die Regierung für die Fertigstellung der zehn WM-Stadien bisher garantiert. Doch wahrscheinlich wird es teurer: Die Problematik wird am Soccer-City-Stadion in Johannesburg deutlich. 210 Millionen Euro soll allein der Umbau zum größten Stadion Afrikas nun kosten und damit deutlich mehr, als ursprünglich kalkuliert worden war. dpa

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