Sport : Im fünften Ring: Stinkende Boxer sind gute Boxer (Kommentar)

Helmut Schümann

Schon mal Kimchi gegessen? Kimchi, das ist jene in Korea weit, aber auch hier im fünften Ring durchaus häufig verbreitete Sättigungsbeilage. Sie wird genutzt wie bei uns die Kartoffel, besteht aus in Knoblauch eingelegtem Weißkohl - vielleicht ist es auch umgekehrt - und ist, nun ja, stark gewöhnungsbedürftig. In erster Linie für die, die kein Kimchi gegessen haben. Denn Kimchi verursacht Ausdünstungen. Starke Ausdünstungen. Sehr starke. Unter uns gesagt, wer Kimchi gegessen hat, stinkt.

Das will ich nutzen, dachte dieser Tage ein südkoreanischer Boxer. Was professionelle Vorbereitung auf einen Kampf bis ins Detail angeht, sind die südkoreanischen Boxer sehr weit fortgeschritten. Einer, Sung-Bum Hwang, hat berichtet, er höre lange vor einem Kampf auf, sich die Fingernägel zu schneiden. Wahrscheinlich will er dann mehr wie ein Tiger sein, wenngleich die krallige Wirkung unter dicken Boxhandschuhen eher marginal sein dürfte. Ein anderer, Jin-Suk Bae, mag am Abend zuvor kein Mädchen mehr sehen, Kollege Suk Hwan Cho sogar zwei Wochen nicht. Das soll wohl schädliche, weiche Einflüsse abwehren. Die sind ja auch wirklich hinderlich in einem Boxkampf. Und Ki-Suk Kim setzt auf seine Hausmannskost. Isst Kimchi, was die Waage für einen Fliegengewichtler hergibt, und dann, so hat er aus gebotenem Abstand erzählt, bricht er mit der üblichen Hygiene. Er wäscht sich nicht mehr. Weil, wie er sagt, ihn der eigene Körpergeruch aggressiv macht. Vielleicht hofft er auch, der Gegner werde flüchten.

Und siehe da, es wirkt. Erstrundengegner Suresh Souban Sigh hielt zwar immer verzweifelt die Fäuste vors Gesicht, vermutlich, um sich die Nase zuzuhalten, kam dadurch aber nicht zu eigenen Treffern. Er verlor nach Punkten. Gerüchteweise soll nun Kimchi auf die Dopingliste gesetzt werden. Wir werden sehen.

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