Sport : Im Galopp für ein Kulturgut

In Hoppegarten laufen Pfingstsonntag die Pferde

Hartmut Moheit

Berlin - Ob er verärgert oder eher enttäuscht sei, wollte Karl-Dieter Ellerbracke nicht näher beschreiben. „Tatsache ist, dass unser Kaufangebot für Hoppegarten als zu niedrig befunden wurde. Enttäuschend ist es vor allem für das Land Brandenburg“, sagte der Inhaber des Gestüts Auenquelle und der Trainingsbetriebe Stall Diana in Mülheim und Hoppegarten.

Mit dem Bescheid an sechs Züchter und Vertreter großer deutscher Rennställe um Ellerbracke hatte die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft GmbH (BVVG) einen Bewerber aus dem Rennen geworfen, der eine Garantie für den Galopprennsport in Hoppegarten abgegeben hatte. Dass die BVVG das knapp 200 Hektar große Gelände ohne diese Garantie veräußern will, lässt die ansässigen Trainer nicht mehr ruhig schlafen. Jüngst sorgte nun Ellerbracke selbst für eine weitere Zuspitzung, indem er in Iffezheim ein Grundstück für die Errichtung einer Trainingszentrale kaufte. Abwanderungspläne werden ihm daraufhin nachgesagt.

„In dieser Situation ist es unsere Aufgabe, mit hochkarätigen Veranstaltungen auf die Rennbahn in Hoppegarten, einem Kulturgut in Brandenburg, aufmerksam zu machen“, sagt Interims-Geschäftsführer Artur Boehlke. Die Horrorvorstellung, dass ein Käufer das gesamte Areal einfach verfallen lässt, wie es mit der traditionsreichen Gaststätte Logierhaus passiert ist, treibt ihn um.

Dass es nun am Pfingsmontag ab 13 Uhr den ersten Renntag der Saison mit acht Rennen geben wird, dafür sorgte erst die Gemeindevertretung. Parteiübergreifend hatte sie einstimmig beschlossen, dem Rennverein mit 150 000 Euro zu helfen. „Der Pferdesport hat hier hohe Priorität. Es ist nicht nachzuvollziehen, wie die Landesregierung damit umgeht. Eine Stiftung, die nicht zustande kam, wäre eine Lösung gewesen“, erklärt Hoppegartens Bürgermeister Klaus Ahrens (CDU).

So düster, wie sich die derzeitige Situation darstellt, sieht sie Silke Jacobs-Kruse, als Vertreterin der BVVG die Geschäftsführerin der Galopprennbahn Hoppegarten GmbH, nicht: „Ich kann über den Stand der Verhandlungen nichts sagen. Aber was den Rennsport angeht, sehe ich das nicht so negativ. Wir werden einen Käufer finden, der dem Rennsport gegenüber positiv eingestellt ist.“ Was auf einen Käufer zukommt, beschreibt Boehlke: „Der Kaufpreis in Höhe von 2,8 bis 3,5 Millionen Euro, für die Sanierung vier bis acht Millionen und für Erhaltung und Pflege sowie für Rennen wohl je eine halbe Million.“ Auch deshalb dauern die Verhandlungen lange.

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