Sport : Im Galopp ins Ungewisse

Hoppegarten zwischen Rennen und Bangen

Hartmut Moheit

Berlin - Es wäre genau der richtige Tag, um etwas in Sachen Galopprennbahn Hoppegarten zu verkünden. Doch am kommenden Mittwoch, dem Tag der Deutschen Einheit, wird das definitiv nicht passieren. Als Andreas Neue, der Vorsitzende des Rennvereins, zum wiederholten Mal die offene Eigentumsfrage bestätigt, ist ihm die innere Unruhe anzumerken. „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung, sonst wird die Situation dramatisch“, sagt er nur. Nachdem klar geworden ist, dass der für Ende September angekündigte Verkaufstermin durch den Eigentümer, die Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH (BVVG), nicht mehr aktuell ist, setzt Neue sehr stark auf den 15. Oktober: „Für diesen Tag ist eine Vorstandssitzung einberufen worden. Wenn da nichts passiert, dann ist die Rennsaison 2008 in Hoppegarten stark in Gefahr. Wir brauchen jetzt dringend eine Entscheidung – wie sie auch ausfallen mag.“

Was in Hoppegarten möglich ist, wird am kommenden Mittwoch allen Beteiligten noch einmal vor Augen geführt. Als Höhepunkt steht erneut der Preis der Deutschen Einheit, das einzige noch verbliebene Europa-Gruppe-III-Rennen, auf dem Programm. Im Vorjahr kamen allein zu diesem Renntag 16 500 Zuschauer. Sie erlebten den Sieg von Karavel vor Saddex. Welche Klasse allein diese zwei Pferde haben, verdeutlich die Tatsache, dass Letzterer am 7. Oktober die deutschen Farben beim Prix de l’Arc de Triomphe in Paris vertritt. Auch in diesem Jahr wird im Elferfeld mit Axxos, Davidoff, Sommersturm und White Lightning Klasse zu sehen sein.

Doch die unbefriedigende Situation um das Kulturgut Hoppegarten wird diesen vorletzten Renntag in diesem Jahr begleiten. „Zwei Jahre lang haben wir auch durch die Solidarität von außen Rennen durchführen können. Auf diesen Faktor können wir nicht mehr setzen, das ist niemandem zu vermitteln“, warnt Geschäftsführer Artur Boehlke. Die BVVG, der es zuallererst wohl um den höchsten Verkaufserlös geht, ist davon bisher nicht sehr zu beeindrucken gewesen. Außer Vertröstungen und vagen Ankündigungen war bislang nichts zu hören. Aber zumindest ein Bekenntnis zum Galopprennsport wurde immer wieder abgeben und finanziell ein wenig untermauert. Ganz im Gegenteil zur Landesregierung in Brandenburg oder dem Berliner Senat, deren Interesse an Hoppegarten gleich null ist.

„Wir haben alle Pläne für 2008 in der Schublade, nachdem wir in diesem Jahr bisher auf eine sehr erfolgreiche Saison zurückblicken können. Doch ohne eine Entscheidung der BVVG, die mit Interessenten verhandelt, nutzt das alles nichts“, sagt Andreas Neue. Hartmut Moheit

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