Sport : Im kurzen Becken ein Star: Schwimmer Rupprath hört auf

Berlin - Diese Wenden. Kaum jemand konnte sich so schnell am Beckenrand abstoßen wie Thomas Rupprath, kaum jemand konnte so schnell wieder das Wasser greifen. Deshalb räumte Rupprath auf der Kurzbahn grandios ab. Weltrekorde, fast 50 internationale Medaillen, WM-Titel, eine Flut an nationalen Titeln, der Profischwimmer Rupprath war ein Star im 25-Meter-Becken.

Das 25-Meter-Becken gilt im Schwimmen allerdings als zweitrangige Arena, die 50-Meter-Bahn ist das Maß der Dinge. Dort gewann Rupprath weit weniger als im kurzen Becken. Er wurde immerhin unter anderem Europameister über 100 Meter Rücken (2002) und Weltmeister (2003) sowie WM-Zweiter (2007) über 50 Meter Rücken. Seine Wenden nützten ihm vor allem in kleinen Becken. Deshalb wirkte er manchmal wie ein Getriebener. Er schloss lukrative Werbeverträge ab, aber er schwamm häufig den Erwartungen hinterher, die er durch PR-Auftritte und Kurzbahn-Erfolge bei Medien und Sponsoren geweckt hatte. Er konnte sie selten auf der Langbahn bestätigen. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen gewann er Silber mit der Lagenstaffel.

Er legte sich mit Sponsoren und dem Verband an, das verstärkte sein Image als Nörgler, der sportlich zu wenig liefert. Dabei war er durchaus umgänglich und kämpfte hartnäckig gegen die jüngere Konkurrenz. Jetzt nicht mehr. Rupprath ist zurückgetreten; er ist 33, er kümmert sich um sein Fitnessstudio in Rostock. „Ich bin zufrieden mit dem, was ich erreicht habe.“ fmb

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben