Sport : Im Raubtier-Gehege

Die Eisbären treffen im DEL-Finale auf die Lions aus Frankfurt

Claus Vetter

Berlin. Die Spieler der Freezers ließen sich von ihren Fans feiern. Ausgiebig. Die Eishockey-Profis knieten sogar vor der Fankurve in der Color Line Arena. Es war ein überraschendes Bild, das sich da gestern am frühen Abend in der riesigen Halle im Hamburger Volkspark bot. Schließlich jubelte der Großteil der 12 759 Zuschauer nicht Siegern zu, vielmehr bedankten sie sich beim Verlierer für eine gute Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Eine Saison, die Sonntag für die Freezers ein Ende fand: Die Frankfurt Lions siegten im fünften und entscheidenden Play-off-Spiel der Halbfinalserie 5:3 (2:0, 2:2, 1:1) in Hamburg und haben damit erstmals die Finals um die deutsche Meisterschaft erreicht. Dort müssen sie am Gründonnerstag zum ersten Spiel bei den Berliner Eisbären antreten.

Lange haben die Eisbären auf den Namen ihres Gegners warten müssen. Seit Dienstag sind die Berliner für das Finale bereits qualifiziert. Die Frankfurter wirkten gestern in Hamburg konzentrierter als ihr Gegner. Mitte des zweiten Drittels führten sie schon 3:0, alles schien entschieden. Aber Hamburg kämpfte sich noch auf 2:3 heran. „Freezers fliegen niemals raus“, riefen die Hamburger Fans, doch die Stimmung in der Arena bekam wenig später einen Dämpfer. Schuld daran war Michael Hackert, der das vierte Frankfurter Tor erzielte. Brad Purdies Anschlusstreffer zum 3:4 fiel erst Sekunden vor Schluss, David Gosselin traf unmittelbar danach zum 5:3 für Frankfurt.

Während die Spieler des Verlierers nach der Verabschiedung von den Fans beim Gang in die Kabine Tränen in den Augen hatten, schien der Trainer des Gewinners ein wenig überrascht über das Erreichte. „Ich muss erst mal realisieren, was hier überhaupt passiert ist“, sagte Rich Chernomaz. Viel Zeit wurde dem Kanadier in Diensten der Lions auf dem Rückweg in die Realität nicht gestattet. Die Fragen nach den Frankfurter Aussichten für die Endspielserie ließen nicht lange auf sich warten. Nachdem Chernomaz seine Fassung wiedergewonnen hatte, sagte er dann: „Wir haben mit Köln und Hamburg die besten Defensivmannschaften der DEL in den Play-offs ausgeschaltet. Wer so etwas schafft, der kann alles schaffen.“

Das klang nach einer ersten Kampfansage an die Eisbären. Deren Manager Peter John Lee reagierte gestern in Berlin allerdings auf die forschen Töne aus Frankfurt emotional ausgeruht. „Ich habe immer gesagt, dass die Lions eine Mannschaft haben, die leidenschaftlich kämpft. Und da sie in der Hauptrunde fast zu 90 Prozent auf Platz zwei gestanden haben, spielen sie zu Recht gegen uns im Finale.“

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