Im Reich der Mitte an der Spitze : Vettel startet von Rang 1

Sebastian Vettel fährt weiter vorne weg. Beim Qualifying zum Großen Preis von China sichert sich der Weltmeister die Pole Position. Der "alte Meister" Michael Schumacher landet nur auf Rang 14.

Honigkuchenpferd im Land des Lächelns: Sebastian Vettel lacht von Startplatz 1 die Konkurrenz an.
Honigkuchenpferd im Land des Lächelns: Sebastian Vettel lacht von Startplatz 1 die Konkurrenz an.Foto: dpa

Erst traute sich Sebastian Vettel aus Angst vor einem Regelverstoß nicht aus dem Auto, doch dann streckte der schnellste Rennfahrer der Welt seinen berühmten Zeigefinger umso glücklicher nach oben: Der Weltmeister setzte seine Ein-Mann-Show in Schanghai unbeirrbar fort und steht am Sonntag (Start 9.00 Uhr MESZ) auch beim dritten Formel-1-Rennen des Jahres auf der Pole Position.

Der 23 Jahre alte Red-Bull-Pilot dominierte nach Melbourne und Kuala Lumpur das Qualifying zum Großen Preis von China und fuhr auf dem Grand-Prix-Kurs überlegene Bestzeit. „Ich bin überglücklich, dass es wieder geklappt hat. Wir können stolz sein“, sagte Vettel, der sich aber noch nicht automatisch als Sieger sieht: „Das wird ein langes Rennen, da kann viel passieren. Es geht jedes Mal wieder von vorne los. Was heute ist, zählt morgen nicht mehr.“

Dabei hatte Vettel unmittelbar nach der Bestzeit für einige Verwirrung gesorgt. Rund zwei Minuten blieb er nach der Rückkehr in die Boxengasse im Parc Ferme in seinem Rennwagen sitzen. Auf Nachfrage klärte Vettel auf: Erst wenn ihm ein Offizieller des Automobil-Weltverbandes FIA ein Zeichen gebe, dürfe er aus seinem Auto steigen. Vettel: „Vielleicht habe ich es irgendwie übersehen, als der Mann seinen Daumen nach oben streckte.“ Sicher ist sicher, dachte der Weltmeister und blieb lieber im Red Bull sitzen und wartete auf die erneute Aufforderung, endlich auszusteigen.

Ganz andere Sorgen hatten Michael Schumacher und Nick Heidfeld, deren Arbeitstag mit einer Blamage endete. Rekordweltmeister Schumacher belegte in seinem Mercedes nur die 14. Position. Der Mönchengladbacher Heidfeld, zuletzt in Kuala Lumpur sensationell Dritter, erlebte auf Platz 16 im Renault einen herben Rückschlag.

Schumacher sprach trotz des enttäuschenden Resultats von einem Fortschritt. Platz fünf oder sechs seien durchaus drin gewesen. Und warum hat es dann nicht gereicht? Schumacher: „Weil ich die Runde nicht zusammengebracht habe. Das ist schade, weil wir uns verbessert haben.“ Bei dieser Einschätzung lag der 42-Jährige zumindest mit Blick auf seinen jungen Teamkollegen Nico Rosberg (Wiesbaden) richtig. Der Blondschopf fuhr noch vor dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso aus Spanien im Ferrari auf den vierten Platz. „Das war ein großer Schritt nach vorne, obwohl wir nur kleine Dinge verbessert haben“, sagte Rosberg und warnte zugleich: „Wir müssen jetzt vorsichtig sein, denn es geht drunter und drüber.“

Lob für Rosberg gab es von Mercedes-Sportchef Norbert Haug: „Nicos Platz in der zweiten Reihe zeigt, dass es hier bislang besser bei uns lief, als in den beiden Rennen zuvor.“ Für Schumacher habe es laut Haug nicht gereicht, weil der siebenmalige Weltmeister in seiner entscheidenden Q3-Runde einen Verbremser hatte: „Warum, müssen wir noch prüfen.“ Heidfeld lässt sich auch von der denkbar schlechten Ausgangsposition nicht entmutigen. „Ich hoffe, dass ich schon beim Start ein paar Plätze gutmachen kann“, sagte der Mönchengladbacher. Das Ziel seien auch diesmal wieder „ein paar WM-Punkte“.

Auf den Plätzen zwei und drei landeten die britischen Ex-Weltmeister und McLaren-Teamkollegen Jenson Button und Lewis Hamilton. Vettel hatte die ersten beiden Saisonrennen gewonnen und führt die WM-Wertung mit der Idealpunktzahl 50 an. (dapd)

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