Sport : IM RÜCKSPIEGEL Schlechtes Auto, gute Reifen

Wie Damon Hill in Ungarn fast eine Überraschung gelang

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Jeder Große Preis hat seine ganz eigene Geschichte. Hier wird sie erzählt.

10. August 1997: Acht Monate nach seinem Weltmeisterschaftstriumph hat Damon Hill nichts zu lachen. Bei seinem früheren Rennstall Williams war er immer mit einem Top-Auto ausgestattet gewesen, in der neuen Saison aber fährt der Sohn des zweifachen Weltmeisters Graham Hill mit seinem neuen Auto nur noch hinterher. Von Podestplätzen oder Punkterängen kann er nur träumen.

Ein Sieger-Fahrzeug ist Hills Arrows mit Yamaha-Motor im Heck jedenfalls nicht, obwohl die Testfahrten im Winter viel versprechend waren. Doch Arrows hat nicht nur einen neuen Motor, sondern mit dem japanischen Reifenhersteller Bridgestone auch noch einen Formel-1-Newcomer als Partner. Das führt zu vielen kleinen Fehlern. Aber das Team hat auch herausgefunden, dass die neuen Slicks extrem hitzebeständig sind. Und es ist sehr heiß am Hungaroring an diesem Wochenende. Das samstägliche Qualifying endet dann auch mit einer kleinen Sensation: Hinter Michael Schumacher auf Ferrari und Jacques Villeneuve auf Williams steht Damon Hill mit seinem Arrows auf Platz drei.

Während Teamchef, Fahrer und Mechaniker das noch gar nicht richtig glauben können, dämmert es der Konkurrenz. Es müssen diese neuen Reifen sein, die den amtierenden Weltmeister so weit nach vorne gebracht haben. Der Verdacht wird im Rennen schon nach wenigen Runden zur Gewissheit: Hill kann nicht nur das Tempo der Topteams Williams und Ferrari mitgehen, er setzt sich sogar an die Spitze des Feldes und kann sich ein gutes Stück absetzen. Der Sieg scheint greifbar nah. Als der Spitzenreiter die Zielgerade unter die Räder nimmt, um seine letzte Runde zu absolvieren, fährt er ganz nah an den winkenden Mechanikern vorbei. Das Rennen gewinnt er allerdings doch nicht. Weil der Sprit fehlt, setzt der Motor zwischenzeitlich aus. Das vereitelt den ersten Arrows-Sieg, Villeneuve gewinnt, und trotz Platz zwei ist Damon Hill auf dem Siegerpodest alles andere als in Jubelstimmung. Hans Schmalbach

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