Sport : IM RÜCKSPIEGELDer tote Weltmeister

Vor 32 Jahren verunglückte Jochen Rindt in Monza

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Jeder Große Preis hat seine eigene Geschichte. Hier wird sie erzählt.

5. September 1970: Es ist der Sommer des Jochen Rindt. Mit seinem Lotus-Ford beherrscht der Österreicher die Konkurrenz nahezu nach Belieben. Der einzig verbliebene ernsthafte Konkurrent auf den WM-Titel ist Ferrari-Fahrer Jacky Ickx. Jochen Rindt könnte das Ganze ob seines Punktevorsprungs relativ gelassen angehen, aber er ist ungeduldig, will sich den Titel schon in Monza holen.

Im Samstagstraining lässt er nach Rücksprache mit Teamchef Colin Chapman Front- und Heckspoiler abmontieren, um die Ferraris auf den Geraden zu schlagen. Rindt setzt alles auf eine Karte. In seiner fünften Runde ist er auf Pole-Kurs, um einiges schneller als die Ferraris, als der Lotus beim Anbremsen der Parabolica-Kurve nach links ausbricht und in die Leitplanken rast. Die Bremswelle ist gebrochen. Chapman, bekannt für seine Risikobereitschaft, hatte sie hohl konstruiert, um Gewicht zu sparen. Rindt ist sofort tot, obwohl sich die Rettungskräfte verzweifelt um ihn bemühen.

Seine Rennfahrer-Kollegen bekommen zunächst gar nichts vom Ausgang dieses Unfalls mit – McLaren-Pilot Denny Hulme, der hinter Rindt fuhr, glaubt sogar, den Österreicher hinter der Leitplanke stehen zu sehen. Wie sich hinterher herausstellt, war es nur einer der Streckenposten. Das Rennen am nächsten Tag findet ohne das Lotus-Team statt, es gewinnt Clay Regazzoni vor Jackie Stewart und Jean-Pierre Beltoise. Am Ende der Saison wird Rindt dann posthum zum Champion gekürt. Er ist und bleibt der einzige Weltmeister, der seinen Triumph nicht mehr erlebt. Hans Schmalbach

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