• Im Schatten der Vergangenheit Adler spielen nach fünf Jahren wieder in der Ersten Footballliga

Sport : Im Schatten der Vergangenheit Adler spielen nach fünf Jahren wieder in der Ersten Footballliga

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Von Ingo Wolff

Berlin. Wäre die Radrennbahn Schöneberg in den Achtzigerjahren nicht schon außer Betrieb gewesen, es hätte ewig Streit zwischen dem Bezirksamt und dem Team von Berlin Adler über die Qualität des Rasens gegeben. Zu einer Zeit, als Football vorrangig mit aufeinander krachenden Riesen verbunden wurde, gab es trotz größer werdender Fangemeinde nur wenig Verständnis für den amerikanischen Sport. So fanden die Adler aber in jenem ausrangierten Stadion eine Heimat und durften den Rasen ohne Probleme mit ihren Aktionen umpflügen.

Doch die Zeiten, in denen die Adler viermal – zwischen 1989 und 1991 sogar ununterbrochen – Deutscher Meister wurden, sind längst verblasst. Wer in Berlin an Football denkt, denkt an Berlin Thunder. Mit den Adlern kann seit der Aufnahme von Thunder 1998 in die NFL Europe niemand mehr etwas anfangen. Seit 1997 dümpeln die Adler in der Zweiten Liga umher, abgestiegen mit zehn Niederlagen in zehn Spielen. Nach fünf Jahren soll das wieder anders werden. Das Amateurteam ist in die Erste Bundesliga aufgestiegen und steckt sich gleich hohe Ziele. „Wir wollen um einen Play-off-Platz spielen“, sagt Cheftrainer Dean Cokinos.

Die German Football League (GFL) startet offiziell erst am 1. Juni, aber die Adler legen schon heute zum ersten Mal los. Hintergrund ist eine Terminüberschneidung im Jahn-Stadion am ersten Spieltag. Erster Gegner sind die Cologne Crocodiles (Beginn 17 Uhr). Die Kölner gehören nach ihrem Titelgewinn im Jahr 2000 auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten in der obersten deutschen Spielklasse, wie sie der Deutsche Footballverband AFVD ungeachtet der europäischen Profiliga nennt.

Doch obwohl es zwischen dem AFVD und der übermächtigen National Football League (NFL) als Betreiber der NFL Europe immer wieder zu kleinen Machtkämpfen über die Arbeit in Deutschland kommt, wird der Aufstieg der Adler dem Football in Berlin allgemein helfen. Die GFL verkürzt die Football-lose Zeit. Außerdem stehen mit Kim Kuci und Toko Pfeifenberger zwei aktuelle Thunder-Spieler im Team und mit Richard Yancy (Düsseldorf) kommt noch ein ehemaliger hinzu. Auch wenn die drei erst nach Ende der NFL Europe am fünften von insgesamt 16 Spieltagen eingreifen werden. In einer Liga, in der so kuriose nskombinationen wie Franken Knights, Rüsselsheim Razorbacks oder Schwäbisch Hall Unicorns vorkommen und die Tradionsmannschaft der Adler schon fast bieder wirkt.

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