Sport : Im Sinne der Spannung

Stefan Hermanns

wünscht den Bayern noch viele Siege in der Bundesliga Was erwarten wir eigentlich von der Fußball-Bundesliga? Dass sie spannend ist bis zum Schluss, und zwar nicht nur bei den nachgeordneten Fragen, wer absteigt oder wer sich den Platz im UI-Cup sichert. Wir wünschen uns einen echten Kampf um die Meisterschaft. Und genau deshalb wäre es das Beste, wenn die Siegesserie des FC Bayern München heute auch den Angriff des Hamburger SV überstehen würde.

Was der Liga fehlt, ist ein echter Herausforderer der Bayern, kein Zufallsmeister wie Kaiserslautern, Dortmund oder Bremen, der von einer Laune des Schicksals profitiert, einer temporären Schwäche der Bayern also, und anschließend glaubt, stark genug zu sein, um sich dauerhaft mit den Münchnern zu messen. So ist es aber nicht, wie Schalke 04 zurzeit eindrucksvoll beweist. Die Schalker haben aus dem glücklichen zweiten Platz in der vorigen Saison einen Anspruch abgeleitet, der durch die Realität nicht gedeckt ist. Wenn sie das akzeptierten, müssten sie in der aktuellen Situation auch nicht so hysterisch reagieren, wie sie es jetzt tun.

Wieso soll in Deutschland nicht funktionieren, was in Spanien, England oder Italien völlig normal ist? Dass die Liga von zwei oder mehr Mannschaften dominiert wird und nicht immer von derselben? Wer sich jedoch mit den Bayern auf Dauer messen will, braucht kein schnelles Wachstum, sondern gesunde Wurzeln; eine ruhige Entwicklung statt überzogener Ansprüche. Sollte der HSV heute gewinnen, ist es in Hamburg mit der Ruhe fürs Erste vorbei. Für eine spannende Bundesliga wäre es daher nicht schlecht, wenn diese Saison völlig spannungsfrei verläuft.

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