Sport : Im Spiegel des Tages: Das Kapitel Komma als Tiefpunkt

Ernst Podeswa

Das Kapitel Komma ist auf den Punkt gekommen: Ob aber mit der Freistellung von Michael Komma von seinem Posten als Cheftrainer der Berliner Capitals schon der Schlusspunkt erreicht, bleibt abzuwarten. Die Affäre schwelt zu lange und ist zu unerfreulich, dass Fortsetzungen nicht ausbleiben dürften. Auf Unerfreuliches sollte vor allem das Management der Capitals Eishockey GmbH gefasst sein. Denn es hat fast ohne Not die Situation eskalieren lassen. Der geradlinige Allgäuer Komma fühlte sich am Sonntag so getriezt, dass er verlauten ließ, er werde auf keinen Fall seinen auslaufenden Vertrag nach dem Saisonende verlängern. Komma musste wissen, dass dies seinen Rausschmiss zur Folge haben würde.

Aber wer so viele Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommt, der will nur, dass die Schmerzen aufhören. Da starten die Capitals so erfolgreich wie noch nie in die Deutsche Eishockey-Liga, zieren gar die Tabellenspitze. Doch der Verantwortliche für den Höhenflug wartet vergeblich auf ein Angebot der Vertragsverlängerung. Bis ihm der Kragen platzt, und er dies öffentlich macht. Damit hat er eine Lawine ins Rollen gebracht. Und als das Glück sich wendete, die Berliner sogar gegen das Schlusslicht Augsburg verlieren und ins Mittelfeld abgleiten, da beurlaubt der Aufsichtrat den Angestellten mit dem Hinweis auf ein "gestörtes Vertrauensverhältnis".

Komma hatte seinerseits genügend Anlässe, von aufgebrauchtem Vertrauen zu reden. Beispielsweise, als man ihm vor der Saison als Kotrainer/Manager statt Axel Kammerer den ehemaligen Spieler Greg Johnston und dazu überraschend Rob Cimetta als zweiten sportlichen Direktor vorsetzte.

Der Fall Komma oder wer keine Probleme hat, schafft sich welche: Während die Eisbären das Loyalitätsprinzip mit ihrem anfangs erfolgslosen Trainer Williamson fast übermäßig strapazierten, haben die Capitals nun den Tiefpunkt eines Loyalitäts-Verhaltens geliefert: Wenn der Eishockey-Gott Böses bestraft und Gutes belohnt, dann könnten sich die Capitals weit unten und die Eisbären oben wiederfinden.

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