Sport : Im Spiegel des Tages: Das Machbare oder Puzzeln an Details

Ernst Podeswa

Hoffentlich fallen die mal richtig auf die Schnauze. Damit sich endlich etwas ändert. Dieser unfromme Wunsch eines Kollegen bei den Spielen in Sydney hat sich nicht erfüllt. Ein paar Goldmedaillen im Rudern und Kanu am Schluss hat die schwarz-rot-goldene Formation in Sydney von einer peinlichen Position um Rang zehn auf fünf vorkatapultiert. Alles im grünen Bereich.

Grundsätzliche Reformen oder eine Radikalkur waren danach nicht mehr zu erwarten. Auch, wenn noch vor dem Sportgipfel der während Olympia daheimgebliebene (!) DSB-Präsident Manfred von Richthofen gravierende Änderungen angekündigt hatte - es ist ein Reförmchen geworden. Puzzeln an Details statt Brechen mit Tabus.

Doch sollte man sich mit derartigen Erwartungen bescheiden. Viel bedeutsamere Bereiche - Gesundheit, Steuern, Renten - kommen mit Reformbemühungen nur im Schneckentempo voran. So gesehen: Der wieder das Ruder des Spitzensports an sich reissende von Richthofen hat die Pflöcke schon erstaunlich weit setzen können. Und durchausan richtigen Stellen: Trainer, Stützpunkte, Nachwuchs und anderes mehr. Zugleich strebt er ein bisschen mehr Zentralismus an. Aber um Gottes Willen nicht soviel, dass andere aufjaulen. Das NOK und die Sporthilfe beispielsweise, die sich gern im Glanze des Spitzensports sonnen, die Alltagsarbeit aber dem DSB überlassen. Ohne deren Eifersucht könnte Richthofen "Sport made in Germany" zu einem modernem Unternehmen umgestalten. So aber müssen wir warten. Auf 2004 und möglicherweise weitere Pleiten.

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