Sport : Im Spiegel des Tages: Die eine oder andere Millionenfrage

Ernst Podeswa

Es könnte eine Millionenfrage im augenblicklichen Boom der TV-Quizzsendungen sein: Wann hat ein deutscher Tennisspieler zuletzt ein Grand-Slam-Turnier gewonnen? Auch wenn es eine Ewigkeit her zu sein scheint - es liegt nur fünf Jahre zurück. Da gewann der damals 28-jährige Boris Becker die Australian Open überraschend gegen jüngere Konkurrenz. Es blieb der sechste und letzte Triumph des Deutschen auf der höchsten Turnierebene des Tennissports.

Seither wird gefragt, wer die Nachfolge des deutschen Weltmannes im Sport antreten würde. Der einstige Kollege Beckers und heutige Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb war vor den derzeitigen Festwochen in Australien überzeugt, dass zweien seiner Schützlinge diesmal der große Wurf gelingen könne. Und er befand sich in schöner Übereinstimmung mit den Betreuern von Nicolas Kiefer und Thomas Haas. Die Zeit sei reif für den "großen Durchbruch" ihrer Spieler, tönte es unisono wieder einmal aus deren Umfeld.

Doch schon in Runde zwei kam das Aus. Und dabei wirkte das Erscheinungsbild der Kronprinzen fast deckungsgleich: Beide hatten alle Möglichkeiten, sich gegen namhafte Gegner durchzusetzen. Doch beide verfügten an diesem Tag nicht über Konzentration und Können, dies auch zu tun.

Ob sie das Ziel Triumph bei einem Grand Slam jemals erreichen, wird mit jedem Debakel dieser Art immer zweifelhafter. Vielleicht sind sie tatsächlich, wie manche Kritiker meinen, durch Werbeverträge und Preisgelder zu früh in Millionärsstatus gekommen und zu satt. Und so bleibt Steebs ernüchternde Erkenntnis: "Wir klopfen im Moment nur an die Tür zur Weltklasse, aber rein kommen wir nicht."

Und leider kann Boris Becker auch nicht helfen. Boris hat andere Sorgen, wie gestern eine Pressemitteilung verriet: "Es gibt ein Baby namens Anna. Und ein DNA-Test wird beweisen, wer die Mutter und wer der Vater des Mädchens ist", heißt es da. Auch dahinter steckt eine Millionenfrage.

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